Kolumbien: 15 Bauern von Paramilitärs ermordet

22. August 2001, 17:24
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Angebliche Unterstützer der marxistischen Guerrilla enthauptet und verstümmelt

Bogota - Im Norden Kolumbiens sind nach offiziellen Angaben auf grausame Weise mindestens 15 Bauern getötet worden, die angeblich mit der marxistischen Untergrundarmee ELN zusammengearbeitet hatten. Die Täter hätten ihre Opfer vergangene Woche enthauptet, ihnen Gliedmaßen abgeschnitten oder sie mit Kugeln regelrecht durchsiebt, berichtete ein Polizeisprecher der Stadt Yolombo am Mittwoch nach Bogota. Hinter dem Blutbad werde eine der rechtsradikalen Wehrgruppen vermutet.

Das Wüten in Yolombo habe eine Woche lang gedauert, sagte der Polizeisprecher. Ein Kommunalpolitiker, Fernando Masso, äußerte am Telefon die Vermutung, dass immer noch nicht alle Leichen gefunden seien. Die Gegend um Yolombo in der Kaffee- Provinz Antioquia ist zwischen der ELN und ihren rechtsradikalen Gegnern umkämpft.

Der 37 Jahre alte Konflikt um die Gesellschaftsordnung Kolumbiens, in dem die Streitkräfte als dritte Partei agieren, hat allein in den vergangenen zehn Jahren etwa 40.000 Menschen das Leben gekostet. Die Wirren begannen mit dem Aufstand der FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens), die mit schätzungsweise 17.000 Kämpfern die stärkste Guerilla-Armee ist. Als Reaktion bildeten die Großgrundbesitzer und die Drogenmafia Privatarmeen, die sie als Verteidigungskräfte bezeichnen.

Beide Seiten des Konfliktes finanzieren sich mit Kokain-Produktion und Menschenraub. Im vergangenen Jahr wurden 3700 Entführungen gemeldet. Nach der Verschleppung eines deutschen Entwicklungshelfers, seines Bruders und eines anderen Deutschen am 18. Juli hatte ein Anrufer im Namen der FARC das Ende der Vernichtungseinsätze gegen den Koka-Anbau verlangt, die von den USA finanziert werden. Die Entwicklungshilfe bemüht sich Alternativen für die Koka-Bauern. (APA/Reuters)

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