Steuerklärung im Internet ab 2003

22. August 2001, 16:14
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Bis 2005 soll man österreichweit alle Amtswege online erledigen können

Wien - Lohnsteuererklärungen über das Internet sollen "in den nächsten zwei Jahren" in Österreich möglich werden. Noch bis Ende 2001 wird das Bundesrechenzentrum (BRZ) ein Pilotprojekt zur automatischen Berechnung der Lohnsteuer im Internet starten. "Wir arbeiten mit Hochdruck an diesen Projekten", erklärte der Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, Erhard Schmidt, am Mittwoch bei den Benchmarking-Gesprächen im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach.

"Sportlich und ehrgeizig"

Die e-Government-Pläne der Bundesregierung bezeichnete Schmidt als "sportlich und ehrgeizig", ihre Verwirklichung im vorgesehenen Zeitplan sei dennoch realistisch. Ab 2003 soll österreichweit der Zugang zu den wichtigsten Verwaltungsstellen per Internet möglich sein. Im Jahr 2005 sollen überhaupt alle Amtswege online abgewickelt werden können.

In absehbarer Zukunft werden Zugriff und Eintragungen ins Firmenbuch oder ins European Business Register (EBR) über Internet möglich sein, ebenso der Zugriff aufs Grundbuch, auf Gesetzestexte oder den Stand von Behördenverfahren. Bis 2003 könnten Zölle online entrichtet werden. Auch Führerschein-, Pass- oder zentrales Gewerberegister werden auf diesem Weg zur Verfügung stehen. Als ein Beispiel für einen sinnvollen Internet-Einsatz bereits jetzt nannte Schmidt die Online-Abwicklung der Schulbuch-Bestellung. Damit seien mehr als 1,5 Tonnen Papier eingespart worden.

"Bürgerkarte"

Nach den Plänen der Regierung wird bis Mitte 2003 jeder Österreicher über eine "Bürgerkarte" verfügen, mit der er Transaktionen mit Verwaltungsstellen abwickeln kann. Diese Karte soll mit der geplanten Chipkarte der Sozialversicherung kombiniert sein, die den Krankenschein ersetzt. Feldversuche dazu sollen Mitte nächsten Jahres starten. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich - einschließlich Terminals bei den Ärzten - auf rund 1,3 Mrd. S (94,5 Mill. Euro) .

Die Bundesrechenzentrum GmbH versteht sich als ausgelagerter IT-Dienstleister des Bundes. Der verstärkte Einsatz von Internet im Kontakt zwischen Regierung und Bevölkerung ("e-Government") bedeute eine wesentliche Entlastung für beide Seiten, sagte Schmidt. (APA)

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