Implantierte Neuronen für Schlaganfall-Patienten

22. August 2001, 15:25
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Nervenzellen erhöhen die metabolische Aktivität in geschädigten Hirnarealen

Pittsburgh - Ein bildgebendes Verfahren hat gezeigt, dass Neuronen, die in geschädigtes Hirngewebe von Schlaganfallpatienten implantiert wurden, erste Anzeichen eines zellulären Wachstums zeigen. Sechs Monate nach der Verpflanzung der so genannten LBS-Neuronen wurde mit Hilfe der Positronen Emissions-Tomografie (PET) eine Zunahme der metabolischen Aktivität der beschädigten Gehirnareale um zehn Prozent festgestellt. Der erhöhte Stoffwechsel im Gehirn korrespondiert laut Forschern der University of Pittsburgh mit der Wiedererlangung verloren gegangener motorischer Fähigkeiten.

"Die Veränderungen im Glukosemetabolismus im geschädigten und auch umgebenden Gehirngewebe könnten die zelluläre Aktivität wiederspiegeln bzw. zeigen, dass die injizierten Neuronen teilweise verloren gegangenes Gewebe ersetzen", zeigte sich die Co-Autorin der Studie Carolyn Cidis Meltzer vorsichtig optimistisch. Das sei allerdings kein direkter Beweis dafür, dass sich bereits Synapsen, die Nervenimpulse übertragen, formieren. Meltzer geht allerdings von einer Verdrahtung der neuen Neuronen im Gehirn aus.

Für die Injektion der Zellen wurde den Patienten ein erbsengroßes Loch in den Schädel gebohrt. Bereits am nächsten Tag konnten sie das Krankenhaus verlassen. Die Neuronen stammen vom Unternehmen Layton Bioscience, das Neuronen aus menschlichen Tumorzellen entwickelt. Die nach dem Konzern benannten LBS-Neuronen wurden bereits Mitte der 80-er Jahre einer 22-jährigen Frau entnommen. In Tierversuchen wurde in der Folge erstmals nachgewiesen, dass an injizierten Stellen die gesunden LBS-Neuronen die Form der benachbarten Neuronen annehmen.(pte)

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