Arafat fordert mehr arabische Solidarität

22. August 2001, 15:47
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Sondersitzung der Liga-Außenminister in Kairo

Kairo - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat hat eine "einheitliche arabische Strategie in allen Bereichen" gefordert, um die Vereinten Nationen und den Weltsicherheitsrat mit ihrer Verantwortung im Nahen Osten zu konfrontieren. In einer Rede vor den in Kairo zu einer Dringlichkeitssitzung versammelten Außenministern der Mitgliedsländer der Arabischen Liga forderte Arafat am Mittwoch eine "größere arabische Standfestigkeit" gegenüber Israel. Die arabischen Staaten müssten noch mehr Solidarität mit dem palästinensischen Volk unter Beweis stellen.

"Wir sind uns der besonderen Beziehungen zwischen den USA und Israel bewusst und wir haben sehr große Anstrengungen unternommen, damit diese Beziehungen zu einem Faktor des Drucks auf die israelische Regierung werden und diese von ihrer Aggression gegen das palästinensische Volk abbringen. Wir hoffen noch immer, dass die amerikanische Administration ihrer Rolle als Schirmherr des Friedensprozesses gerecht wird", sagte Arafat. Vor Beginn der Sitzung hatte er den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak getroffen.

An der Sitzung in Kairo nehmen 17 Außenminister teil. Die Arabische Liga ist ein 1945 geschaffener Zusammenschluss von heute 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden. Zu den Gründungsmitgliedern Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti und die Komoren hinzu. Siedlungen werden nicht akzeptiert

"Es ist Zeit, dass die arabischen Staaten in der Konfrontation mit Israel eine härtere Haltung einnehmen", sagte Arafat. Gleichzeitig warnte der palästinensische Präsident die israelische Regierung vor dem Irrglauben, dass die Palästinenser mit militärischer Gewalt gezwungen werden könnten, "Besatzung, Siedlungen und Judaisierung" zu akzeptieren. Sein Volk sei auch angesichts der militärischen Übermacht seines Gegners nicht bereit, tatenlos zuzusehen, wenn Israel die zwischen beiden Seiten geschlossenen Vereinbarungen mit Füßen trete.

Sein Treffen mit dem deutschen Außenminister Joschka Fischer am Vortag und die dabei besprochene mögliche Begegnung mit dem israelischen Außenminister Shimon Peres in Berlin erwähnte Arafat in seiner Rede nicht. Er warf Israel vor, bei der Besetzung des Orient-Hauses, der inoffiziellen Zentrale der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in Ost-Jerusalem, wichtige Dokumente beschlagnahmt zu haben. Diese Dokumente belegten die palästinensischen Ansprüche auf von Israel besetztes Land. (APA)

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