Weiße Farmer in Simbabwe freigelassen

22. August 2001, 14:59
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Hatten einem Nachbarn gegen Plünderer geholfen

Harare/London - In Simbabwe sind am Mittwoch 21 weiße Farmer nach zweieinhalb Wochen in Untersuchungshaft auf Kaution freigekommen. Sie wurden nach Augenzeugenberichten in einer Autokolonne von dem Gefängnis in der nördlichen Stadt Chinhoyi zu einem unbekannten Ort gebracht, um dort ihre Familien zu treffen.

Die Farmer waren am 6. August wegen angeblicher Tätlichkeiten gegen Plünderer festgenommen worden. Sie hatten einem Kollegen gegen die Übergriffe der Plünderer geholfen. In der vergangenen Woche hatte eine Richterin die Freilassung der Männer auf Kaution verfügt, die sich dann durch bürokratische Hindernisse verzögerte. Die Richterin machte zur Auflage, dass die Männer innerhalb der nächsten 28 Tage nicht auf ihre Farmen zurückkehren. Damit sollen neue Zusammenstöße mit regierungstreuen Plünderern verhindert werden.

"Internationales Problem"

Nach Aussage der Farmer hatten sie einem Nachbarn gegen militante Mitglieder der Regierungspartei ZANU-PF geholfen, die zum Plündern kamen. Die Regierung hingegen behauptete, dass die Farmer zusammen mit der britischen Botschaft einen Übergriff geplant hätten.

Nach Ansicht des britischen Außenministers Jack Straw ist die sich zuspitzende Krise in Simbabwe ein "internationales Problem" und keine Frage, die nur Großbritannien und die einstige Kolonie im südlichen Afrika angeht. "Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass dies ein internationales Problem ist", sagte Straw am Mittwoch im britischen Rundfunk BBC zu Berichten über die zunehmende Verfolgung von Oppositionsanhängern und weißen Bauern. (APA/dpa)

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