Algenbelag an Schiffsrümpfen per Schwachstrom entfernen

28. August 2001, 11:40
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Wissenschafter experimentieren mit Versuchskörpern aus Aluminium

Bremen - Mit Schwachstrom wollen Wissenschaftler der Hochschule Bremen hartnäckige Algen von Schiffen fernhalten. Im Experiment setzen sie dazu zunächst verschieden geformte Aluminium-Versuchskörper über einen längeren Zeitraum dem Seewasser aus und umgeben zwei Testobjekte mit einem Stromfeld. In einem weiteren Schritt sollen etwas größere Prüfkörper im freien Wasser ausgesetzt und entsprechend präpariert werden. Kann der Schwachstrom dabei tatsächlich den Algenbewuchs verhindern, sollen größere Fahrzeuge, etwa Hafenbarkassen und Polizeiboote, als Versuchsobjekte in die Studie einbezogen werden. Um elektrochemische Spannungskorrosion, Lochfraß oder Lager- und Getriebeschäden durch Kriechstrom zu vermeiden, wird das Stromfeld auf der Außenhaut des Schiffes komplett vom Bordnetz getrennt.

Algenbewuchs am Rumpf von Schiffskörpern zählt zu den Hauptproblemen der Seefahrt. Schon kurze Zeit nach dem Stapellauf haben sich Mikroorganismen auf der Außenhaut breit gemacht. Dieser Belag erhöht den Reibungswiderstand von Schiffen um etwa 15 Prozent. Dadurch wird wesentlich mehr Brennstoff für den Antrieb benötigt. Hochgiftige Außenanstriche, die den Bewuchs verhindern sollen, belasten jedoch die Meere in unverantwortlicher Weise. (pte)

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