Hoteliers lassen Kreditkarten in Deutschland abrechnen

22. August 2001, 18:32
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Ersparnis von 300 Millionen Schilling durch niedrigere Disagio-Sätze

Wien - "Die Akzeptanz von Kreditkarten in Österreichs Hotellerie und Gastronomie wird sprunghaft steigen", sagte der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Helmut Peter, am Mittwoch. Bisher seien viele Betriebe vor allem durch die hohen Gebühren abgeschreckt worden, die an die Kreditkarten-Lizenzträger je Transaktion zu zahlen sind. Dieses Argument falle nun weg.

Nachdem Verhandlungen mit heimischen Kreditkartenorganisationen über eine Senkung der Disagio-Sätze im Sand verlaufen waren, haben sich ÖHV und die Einkaufsgenossenschaft hogast in Deutschland umgesehen und sind dort fündig geworden. Mit der B+S Card Service, dem Gegenstück zur österreichischen Kreditkartenverrechnungsstelle Europay, wurde ein Kooperationsvertrag vereinbart. Den rund 1500 Mitgliedsbetrieben von ÖHV und hogast wird ab Ende August ein eigener Terminal mit deutscher Software kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Disagio-Sätze sind nach Kartenumsätzen gestaffelt und liegen zwischen 1,95 und 2,30 Prozent. Bisher waren Disagio-Sätze von mehr als zwei bzw. drei Prozent üblich.

300 Millionen im Jahr

Durch die besseren Konditionen, die B+S biete sowie die Tatsache, dass inzwischen auch heimische Kreditkarten-Lizenzträger ihre Disagio-Sätze verringert haben, sparten sich die Mitgliedsbetriebe von ÖHV und hogast rund 300 Mio. S im Jahr, hieß es. Mit den ersten Abrechnungen über B+S rechnet man bei der ÖHV Anfang September, wenn die dreimonatige Kündigungsfrist bei Mastercard ausläuft. Visa hat eine sechsmonatige Kündigungsfrist; die ersten Betriebe werden Anfang 2002 wechseln können.

"Unglücklich" ist Peter mit der geplanten Abfertigung neu, die zu einer nicht tragbaren Mehrbelastung der heimischen Beherbergungsbetriebe führe. Das Abfertigungsmodell sollte man auslaufen lassen und zu einem gewissen Stichtag durch eine Sonderlohnerhöhung im Kollektivvertrag auffangen. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 23.8.2001)

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