Nie mehr Zahnspange?

22. August 2001, 14:26
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An der Berliner Charite wird eine (fast) unsichtbare Zahnkorrektur getestet

Berlin - Silberne Zahnspangen könnten bald der Vergangenheit angehören. Aus den USA kommt ein fast unsichtbares Zahnkorrektursystem jetzt auch nach Deutschland. Das patentierte Invisalign-System aus dem kalifornischen Silicon Valley wurde erstmals in Deutschland vom Berliner Universitätsklinikum Charite getestet und am Mittwoch vorgestellt. Statt mit Silberdrähten, die unangenehm für Zunge und Wangen sind, arbeitet das System mit einem starren, farblosen Plastiküberzug, der die Zahnstellung korrigiert.

"Dieses Verfahren ist vor allem für ästhetische Behandlungen von Menschen ab 16 Jahren geeignet", meinte Untersuchungsleiter Rainer- Reginald Miethke von der Charite-Zahnklinik. Die Kosten von 35.000 bis 63.000 Schilling müssen Interessierte selbst tragen. In den USA wurden nach Angaben von Align Technology Santa Clara (Kalifornien) bisher 30.000 Patienten behandelt. In Deutschland sollen sich schon 1.200 Kieferorthopäden für die Technik qualifiziert haben.

Die Zahnkorrektur mit dem neuen System erfolgt nach Angaben des Herstellers in zehn bis 60 Einzelschritten. Ein Computer errechnet auf Grundlage von Röntgenbildern, Fotos und einem Gebissabdruck die einzelnen Plastikschienen, die der Patient nach jeweils 14 Tagen austauscht. Jede Schiene bewegt die Zähne mit sanften Druck um 0,1 bis 0,2 Millimeter. Herausgenommen wird sie nur zum Essen.

"Gegenüber den Zahnspangen sind die Schienen viel hygienischer", sagte Miethke. Darüber hinaus blinkt und blitzt auch nichts mehr im Mund. "Nur wenn man sehr genau hinschaut, ist der Plastiküberzug zu sehen." Die neue Methode korrigiert nach Herstellerangaben Zahnlücken und Zahnüberschneidungen von bis zu sechs Millimetern sowie so genannte Über- und Unterbisse und richtet Zahnreihen auf. (APA)

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    foto: creighton university
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