Erneut südkoreanischer Kriegsgefangener aus Nordkorea geflohen

22. August 2001, 13:57
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Noch 300 Ex-Soldaten aus Korea-Krieg im Norden gefangen

Seoul - Erneut ist ein ehemaliger südkoreanischer Soldat aus jahrzehntelanger Kriegsgefangenschaft aus Nordkorea geflohen und in seine Heimat zurückgekehrt. Außer dem 72-Jährigen seien zwölf Nordkoreaner nach ihrer Flucht aus dem Norden ebenfalls vor kurzem über ein Drittland nach Südkorea gekommen, teilte der Staatliche Aufklärungsdienst (Geheimdienst) in Seoul am Mittwoch mit. Als Motiv für die Flucht vermutete der Geheimdienst vor allem Hunger und die wirtschaftlichen Probleme in Nordkorea.

Der südkoreanische Ex-Soldat sei im Juli 1950 während des Korea-Kriegs (1950-53) von nordkoreanischen Truppen gefangen genommen worden. Er habe das Los vieler seiner Schicksalsgenossen teilen und später als Bergmann in Nordkorea arbeiten müssen. Nach südkoreanischen Angaben befinden sich noch etwa 300 ehemalige Soldaten in nordkoreanischer Kriegsgefangenschaft, was jedoch von Nordkorea bestritten wird.

Ähnlich wie in früheren Fällen machte der Geheimdienst weder nähere Angaben zu den Umständen der Flucht der Koreaner noch zu dem Drittland. Zahlreiche Nordkoreaner fliehen jedes Jahr wegen Hungers oder Unzufriedenheit mit dem Regime vor allem über die Grenze nach China, aber auch nach Russland oder Südkorea. Nach Schätzungen internationaler Hilfsorganisationen halten sich zwischen 150.000 und 300.000 Nordkoreanern illegal in China auf. (APA/dpa)

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