Frauen sind die besseren Autofahrerinnen

24. August 2001, 21:24
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Männern fällt es schwer, diese Tatsache zu akzeptieren, weiß eine Studie

München - Für den "Machomann" am Steuer ist es eine unumstößliche Tatsache: Frauen am Steuer fahren schlechter, verstehen nichts von Technik und sind von modernen Autos überfordert. Zahlen beweisen aber genau das Gegenteil. Eine Umfrage der DEKRA, deren Ergebnis am Mittwoch in München vorgestellt wurden, ergab, dass rund 83 Prozent der Frauen im Auto mit der modernen Technik wie Navigation keinerlei Probleme haben. Trotzdem glaubt fast ein drittel aller Männer (31 %), das das andere Geschlecht von der Technik überfordert sei.

Bei Verkehrssünden und Alkoholdelikten liegen Männer vorne

Noch deutlicher sind die Fakten aus Flensburg. In der dortigen Verkehrssünderkartei waren im vergangenen Jahr 6,6 Millionen "Punktehalter" registriert, der Anteil der Männer lag bei 81,5 Prozent, Frauen waren nur zu 18,2 Prozent vertreten. Diese Zahlen nannte Heinz-Egon Buse, Vizepräsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Bei den in Flensburg registrierten Alkoholdelikten waren die Herren der Schöpfung mit über 18 Prozent vertreten, Autofaherinnen mit nur gut sieben Prozent. Diese waren aber bei den Vorfahrtsverletzungen mit fast 20 Prozent am stärksten beteiligt.

Frauen rasen ebenso wie Männer

Beim Rasen gibt es in Deutschland offenbar Gleichberechtigung von Mann und Frau. Flensburg weist nach Buses Angaben bei den Geschwindigkeitsübertretungen 55 Prozent-Anteil bei den Männern und 56 Prozent bei den Frauen aus. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass Frauen im Straßenverkehr immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Dennoch waren von den 900.000 Führerschein- Neulingen im vergangenen Jahr die Frauen mit 53 Prozent in der Mehrzahl.

Kriterien beim Auto-Neukauf

Beim Auto-Neukauf sind Sicherheitskriterien für Frauen wichtiger als Preis und Benzinverbrauch. Fast alle Autokäuferinnen (94 Prozent) legen wert auf Airbag- und ABS-Ausstattung. Optik, Design (52 Prozent) und technische Ausstattung (47 Prozent) rangieren weit dahinter. Zwei Drittel der Käuferinnen (69 Prozent) studieren Testergebnisse in Auto-Fachzeitschriften, bevor sie sich für einen Wagen entscheiden.

Chauvinismus in der Werkstatt

Wie wenig Frauen entgegen der ermittelten Daten als Kundinnen ernst genommen werden, ergab die DEKRA-Untersuchung unter 1.350 AutofahrerInnen. Jede dritte Frau (36,4 Prozent) fühlte sich beim Vorfahren in einer Autowerkstatt zur Reparatur nicht ernst genommen. Dabei dürfte es ein schwacher Trost sein, dass sich auch Männer bei der Reparaturannahme zu fast 33 Prozent nicht für voll genommen empfinden. Dabei sind Frauen gerade was Autoelektronik angeht besonders verantwortungsbewusst. Fast 80 Prozent der von der DEKRA befragten Autofahrerinnen wünschen, dass die hochmoderne Fahrzeugelektronik regelmäßig von einer neutralen Stelle wie dem TÜV überprüft wird. (apa/dpa)

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