"13,5 Milliarden Streubesitz- Barabfindung können einiges bewegen"

22. August 2001, 12:29
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Impulse für Wiener Börse durch Austria Tabak-Verkauf - Palfinger soll in ATX nachrücken

Wien - Mit Impulsen für den Wiener Aktienmarkt und mit Veränderungen in der ATX-Zusammensetzung rechnen Marktteilnehmer durch den zu erwartenden Abgang der Aktien der Austria Tabak (AT) vom Kurszettel der Wiener Börse nach dem Pflichtangebot der britischen Gallaher an die Streubesitzaktionäre. Als erste Konsequenz sieht die RZB-Analystin Claudia Vince-Bsteh durch das Ausscheiden der AT-Aktien aus dem ATX eine Veränderung im Wiener Leitindex. Da der ATX ohne AT nur noch aus 19 Titeln bestünde, würden gemäß der ATX-Beobachtungsliste für Juli 2001 stattdessen die Aktien des Kranherstellers Palfinger in den ATX nachrücken, sagte die Expertin.

Die Analystin erwartet weitere Effekte für den Wiener Markt durch Umschichtungen nach der Barabfindung des Streubesitzes. Das könne durchaus Impulse geben, fügte die Expertin hinzu. Denn das zu erwartende Pflichtangebot von Gallaher nach der Übernahme des 41,1-prozentigen Aktienpakets der ÖIAG in der Höhe von 85 Euro (1.170 S) je Aktie würde - abzüglich des 6,45-prozentigen AT-Anteils der Credit Industriel D'Alsace et de Lorraine - rund 977,5 Mill. Euro (13,451 Mrd. S) in die Taschen der Streubesitzaktionäre fließen lassen.

"Spezielle Story"

Diese Zahl relativierte jedoch der Analyst Günther Artner von der Erste Bank. Die Austria Tabak sei "eine spezielle Story" gewesen, daher seien viele Aktien bei ausländischen Fonds in Frankfurt oder London im Portfolio. Diese Fonds würden das Geld durch die Barabfindung eher nicht in Österreich reinvestieren. Unterm Strich erwartet Artner, dass die Umstellung der MSCI-Indizes im Herbst, bei der die Gewichtung österreichischer Aktien deutlich reduziert wird, die Auswirkungen der AT-Abfindung überlagern werde.

Österreich-Fonds schichten um

Einig sind sich heimische Fondsmanager, dass Österreich-Fonds nach einer Barabfindung innerhalb ihres "Anlageuniversums" umschichten müssten. "Das kann einiges am Markt bewegen", meinte Manfred Zourek von der SparInvest. Einen Rückfluss aus ausländischen Fonds erwartet er hingegen nur in Spezialfällen, wenn es "bei ähnlichen Stories" zu einer Erhöhung der Liquidität am Markt komme. Auch Paul Severin von der Capital Invest schätzt die Auswirkungen der Umschichtungen als grundsätzlich positiv ein, erwartet jedoch, dass die Auswirkungen "nicht allzu groß" sein werden. (APA)

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