Deutsches Wachstum nur noch minimal

24. August 2001, 12:58
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Rezession aber unwahrscheinlich

Wiesbaden - Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat kräftig an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im zweiten Quartal 2001 zum gleichen Vorjahreszeitraum real nur noch um 0,6 Prozent zu. Dies war auf Jahresbasis der niedrigste Anstieg seit dem ersten Quartal 1997 (plus 0,1 Prozent). Saison- und kalenderbereinigt ist das Wirtschaftswachstum im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres sogar zum Stillstand gekommen. Dies gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden bekannt.

Wachstum von 1,5 Prozent im Gesamtjahr

In den ersten drei Monaten 2001 hatte der BIP-Zuwachs auf Jahresbasis - nach inzwischen vom Bundesamt revidierten Zahlen - noch 1,4 Prozent betragen, im vierten Quartal 2000 1,5 Prozent. Für das erste Halbjahr 2001 ergab sich eine Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung von nur noch einem Prozent. Damit hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland wie von Volkswirten und den Forschungsinstituten prognostiziert erheblich an Dynamik verloren. Banken und Wirtschaftsforscher rechnen für das Gesamtjahr nur noch mit einem Wachstum zwischen einem und 1,5 Prozent. Die Bundesregierung hatte sich zuletzt optimistischer gezeigt und 1,5 bis zwei Prozent prognostiziert. Aus dem Haus von Bundesfinanzminister Hans Eichel hieß es in einer ersten Reaktion, "dass die Risiken für die Konjunkturentwicklung nicht kleiner geworden sind. Gleichwohl bestehen durchaus Chancen, dass die wirtschaftlichen Auftriebskräfte im weiteren Verlaufe dieses Jahres die Oberhand gewinnen."

Trotz der schwachen Entwicklung gilt ein Abgleiten in eine Rezession als eher unwahrscheinlich. Die Deutsche Bundesbank erwartet Anfang 2002 neue Wachstumsimpulse aus Übersee. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe 24.8.2001)

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