AHS-Lehrer werden Dienst nach Vorschrift schieben

22. August 2001, 11:23
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Zusätzlich sollen mehrtägige Schulveranstaltungen boykottiert werden

Wien - An vielen Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) wollen die Lehrer im kommenden Schuljahr mehrtägige Schulveranstaltungen wie Schikurse, Projektwochen, Sportwochen oder Sprachaufenthalte boykottieren. Darüber hinaus werden die AHS-Lehrer flächendeckend ihre Tätigkeit "auf die Kernaufgaben reduzieren", also Dienst nach Vorschrift machen.

Grund dafür sind Änderungen im Dienstrecht der AHS-Lehrer: Vor allem die davon besonders betroffenen Klassenvorstände wollen "außerunterrichtliche" und administrative Tätigkeiten unterlassen, die nicht ausdrücklich vorgeschrieben sind. Eingestellt werden etwa Tätigkeiten im Rahmen der Schulbuchaktion und der Schülerfreifahrt sowie das Schul- und Klassensparen.

Keine Fleißaufgaben mehr

Ebenfalls wegfallen werden administrative Tätigkeiten, die aus pädagogischer Sicht nicht notwendig sind, wie die Führung von Statistiken und die Berechnung von Fehlstunden. Keine Mithilfe wird es bei Impfaktionen oder beim Schulfotografen geben. Elterngespräche sollen ausschließlich in den Sprechstunden stattfinden, finanzielle Eigenleistungen der Lehrer (Videokassetten, Disketten etc.) für den Unterricht eingeschränkt oder nicht mehr erbracht werden.

Boykotte von mehrtägigen Schulveranstaltungen wie Schikurse oder Projektwochen hingegen werden nur auf Initiative einzelner Schulen stattfinden. Bei der Urabstimmung im Frühjahr hat die Einleitung solcher Boykottmaßnahmen nicht die erforderliche Mehrheit bekommen.

Am Boykott wollen nach derzeitigem Stand rund drei Viertel der öffentlichen AHS in Wien teilnehmen. Vorläufige Boykott-Beschlüsse sind auch an mehreren AHS in Kärnten, in Vorarlberg, Salzburg sowie im Großraum Innsbruck gefasst worden. In der Steiermark, Niederösterreich, dem Burgenland und Oberösterreich dürften vorläufig hingegen nur vereinzelte Standorte betroffen sein. (APA)

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