Ungarn mit Abstand wichtigster Partner Österreichs im Osten

22. August 2001, 10:57
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Außenhandelsbilanz für Österreich positiv - Ausnahmen Russland und Slowakei

Wien - Die Außenhandelsbeziehungen Österreichs mit den aufstrebenden Märkten Mittel- und Osteuropas (MOEL) haben sich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 deutlich intensiviert. Im Jahr 2000 lieferte Österreich Waren im Wert von 11,46 Mrd. Euro (158 Mrd. S) in die Region, das entsprach rund einem Sechstel der österreichischen Gesamtexporte von 70,19 Mrd. Euro. Die Einfuhren aus den MOEL erreichten ein Volumen von gut neun Mrd. Euro.

Mit den Ländern Mittel- und Osteuropas ist Österreich aber offensichtlich weit erfolgreicher als mit anderen Regionen: Während die Außenhandelsbilanz im Jahr 2000 insgesamt ein Minus von 2,98 Mrd. Euro aufwies, erzielte Österreich in den MOEL ein fast ebenso großes Plus von 2,37 Mrd. Euro.

Tschechische Republik und Slovenien starke Partner

Mit Abstand wichtigster Handelspartner Österreichs ist Ungarn, wohin mit Waren im Wert von 3,5 Mrd. Euro rund ein Drittel aller heimischen Ostexporte geht. Die Einfuhren aus Ungarn belaufen sich auf 2,5 Mrd. Euro - damit bleibt per Saldo ein Handelsbilanzüberschuss von 926 Mill. Euro, wie aus den revidierten Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervorgeht.

Weitere starke Handelsverflechtungen unterhält Österreich in der Region mit der Tschechischen Republik (Exporte: 2,00/Importe: 1,87 Mrd. Euro), Slowenien (1,23/0,69 Mrd. Euro), Polen (1,11/0,71 Mrd. Euro) und der Slowakei (0,77/1,00 Mrd. Euro).

Deutlich poitiver Handel

Unter dem Strich schneidet Österreich im Außenhandel mit der gesamten Region deutlich positiv ab. Nur mit zwei Ländern fällt der Handelsbilanzsaldo negativ aus: Mit Russland (- 565 Mill. Euro) und der Slowakei (- 234 Mill. Euro). In Russland sind die traditionell starken Lieferungen von Energie (Erdöl, Erdgas) dafür verantwortlich.

Die Slowakei dagegen profitiert von einer schrittweisen Verbesserung ihrer Warenstruktur: Bereits ein Drittel aller Warenlieferungen nach Österreich belaufen sich auf Maschinen und Fahrzeuge. Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anteil von Chemieprodukten sowie Brennstoffen. Zu den größten heimischen Investoren in der Slowakei zählen Siemens, Neusiedler Papierfabrik, Erste Bank, Henkel, Miba, Wienerberger und OMV. (APA)

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