Die Zukunft liegt im Osten

22. August 2001, 10:47
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Österreichs Wirtschaft profitiert immens von der Osterweiterung - Dienstleistungsbereich wird unter Druck geraten

Wien - Auf Grund seiner geographischen Nähe und auf Grund historisch gewachsener Beziehungen wird die österreichische Wirtschaft insgesamt deutlich von der Osterweiterung profitieren. Die Reformländer weisen noch immer hohen Investitionsbedarf auf, zugleich wird sich die Kaufkraft in dieser Region dynamisch entwickeln, sind sich Wirtschaftsforscher einig. Österreichischen Unternehmen winke damit ein Milliarden schwerer neuer Absatzmarkt.

Die Auswirkungen auf die einzelnen Branchen sind dabei unterschiedlich - und auf Grund von Zuordnungsschwierigkeiten nicht einfach quantifizierbar. In der Sachgüterproduktion jedenfalls sollte sich nicht mehr allzu viel ändern, meint das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Vor großen Veränderungen stehen dagegen Dienstleistungsbetriebe im weiteren Sinn, darunter auch die Bauwirtschaft.

Konkurrenz von unqualifizierten Arbeitskräften

Vor allem in den Grenzregionen werde es in Branchen mit unqualifizierten Arbeitskräften zu verstärkter Konkurrenz durch Unternehmen aus den Reformländern kommen, erwarten Wirtschaftsforscher. Unbestritten sind auch zu erwartende negative Auswirkungen auf die Bereiche Bauwesen, Reinigungsservice, soziale Hilfsdienste oder Sicherheitsdienste. Ausgehandelte Übergangsfristen sollen hier schockartige Anpassungen verhindern.

"Abgesehen vom Dienstleistungsbereich überwiegen aber eindeutig die Chancen", heißt es im Wifo. Profitieren von der Osterweiterung sollten nach Expertenmeinung insbesondere Bereiche, die leichter auf billigere Arbeitskräfte oder Rohstoffe zugreifen können. Dazu zählt die heimische Verarbeitungsindustrie: Insbesondere die Lebensmittelindustrie sollte durch besseren Zugang zu billigen Rohstoffen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können. Zugleich würden die Unternehmen freien Zutritt zu den dynamischen Märkten in den Nachbarländern erhalten.

Die Angleichung der Wettbewerbsbedingungen sollte eine Chance für den Standort Österreich bedeuten, argumentiert die Wirtschaftskammer: Nach der EU-Erweiterung dürften niedrigere Sozial- und Umweltstandards nicht mehr zu Standortverlagerungen führen. (APA)

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