Streit um "Dracula-Schloss" in Rumänien

22. August 2001, 16:09
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Regierung auf Herausgabe verklagt

Bukarest - Nachkommen einer ehemaligen rumänischen Prinzessin haben die Regierung auf die Rückgabe eines "Dracula-Schlosses" verklagt. Kulturminister Razvan Theodorescu bestätigte den Empfang eines entsprechenden Briefes eines Anwalts der Familie der ehemaligen Prinzessin Ileana. Theodorescu erklärte, die Regierung werde über die Angelegenheit beraten, deutete jedoch an, dass die Klage sinnlos sei, weil der Staat bereits Geld für die Reparatur des Schlosses investiert habe.

Vlad der Pfähler, der mit seinen grausamen Bestrafung die historische Vorlage für zahlreiche Gruselgeschichten lieferte, hat nie in dem gotischen Schloss aus dem 14. Jahrhundert gelebt. Trotzdem ist das Gebäude in Bran als "Dracula-Schloss" bei den Touristen bliebt. Prinzessin Ileana war eine der Töchter von König Ferdinand und Königin Marie und eine Urenkelin der englischen Königin Viktoria und von Zar Alexander II. von Russland.

Ihre Mutter hinterließ ihr nach ihrem Tod 1938 das Schloss. Ileana wanderte 1950 in die USA aus; sie starb 1991. Ihr Neffe König Michael wurde 1947 zur Abdankung gezwungen und lebt im Schweizer Exil. Der 79-Jährige hatte vor kurzem die Regierung bereits auf die Herausgabe eines anderen Schlosses verklagt. (APA/AP)

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    Der kolorierte Holzschnitt aus dem 15. Jahrhundert zeigt Fürst Vlad Tepes II., genannt "Dracula". Der für seine Grausamkeit bekannte rumänische Fürst diente dem Schriftsteller Bram Stoker als historische Vorlage für seinen berühmten Vampir-Roman, der 1897 zum ersten Mal veröffentlicht und seitdem unzählige Male verfilmt wurde.

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