SEZ will Umsatz um 40 Prozent steigern

22. August 2001, 18:37
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Spin-Prozessoren für globale Chip-Industrie

Villach - Die Villacher SEZ AG (sie notiert an der Zürcher Börse) ist ein Zulieferunternehmen für weltweit 90 Mikrochip-Produzenten, seit heuer auch der führenden PC-Prozessorhersteller Intel und AMD. Die Nettoumsatzprognose für 2001 wurde soeben von 290 auf 275 Mio. Franken (180 Mio. EURO/ 2,8 Mrd. S) zurückgenommen, entspricht aber noch immer einem Wachstum von 41 Prozent. Im nächsten Jahr rechnet SEZ mit einer Erholung des globalen Halbleitermarktes. Im ersten Halbjahr 2001 stieg der Nettoumsatz um 94 Prozent auf 97,9 Mio. EURO, das Betriebsergebnis Ebit um 124 Prozent auf 24,6 Mio. EURO, und der Reingewinn hat sich mit 15,4 Mio. EURO fast verdoppelt.

Bei der Chipherstellung auf Siliziumscheiben, so genannten Wafern, als Trägermaterial sind nasschemische Reinigungsprozesse notwendig, für die SEZ patentierte Spin-Prozessoren entwickelt hat. Bei der Bearbeitung und Reinigung der Wafer-Rückseite avancierte die Kärntner High- tech-Firma mit einem Marktanteil von 25 Prozent zum Weltmarkt-Leader. Das neue Flaggschiff, ein Vier-Kammer-Spin-Prozessor, kann 300-mm-Wafer beidseitig bearbeiten, und das simultan. Damit wirft sich SEZ nun auch in den hart umkämpften, aber umsatzstärkeren Markt der Vorderseitenbearbeitung. Der erste Kunde, der die Pilotphase bereits abgeschlossen und die Produktion aufgenommen hat, ist Infineon Dresden.

Weltweit gibt es derzeit mehrere Pilotlinien, in denen die 300-mm-Produktions- technik getestet wird. Standard in der Halbleiterindustrie sind momentan noch Wafer mit einem Durchmesser von 200 mm, auf denen Tausende Chips Platz haben.

Potenzial

Den Schritt zu 300 mm - er bringt eine zweieinhalbfach höhere Chip-Ausbeute - setzen einige amerikanische und japanische Firmen noch heuer, die allgemeine Umstellung dürfte die globale Halbleiterindustrie 2002 oder 2003 vornehmen. Vorstand Franz Sumnitsch: "Das hier vorhandene Geschäftspotenzial für SEZ könnte sich langfristig im Vergleich zu heute verdreifachen."

Nach der heuer erfolgten Übernahme der deutschen Firma HMR in Donaueschingen arbeiten im SEZ-Konzern weltweit 680 Mitarbeiter. Ein Viertel der 400 Beschäftigten in Villach arbeitet in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Engineering. Noch heuer will man auch in den USA eine Forschungs-und Entwicklungsmannschaft aufbauen. (Josef Schneeweiß, DER STANDARD, Printausgabe 23.8.2001)

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