"Könnten versuchen, um Entschuldigung zu bitten"

22. August 2001, 14:30
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Berliner PDS-Kandidat Gysi schlägt in Debatte um Mauer-Verantwortung neue Töne an

Berlin - Der frühere PDS-Vorsitzende Gregor Gysi hat in der Debatte um die Verantwortung seiner Partei als SED-Erbin für die Berliner Mauer neue Töne angeschlagen. Einzelne, die persönliche Schuld trügen, "könnten versuchen, bei Opfern und ihren Angehörigen um Entschuldigung zu bitten", sagte Gysi laut jüngster Ausgabe der Hamburger Illustrierten "stern". Aber "in Wirklichkeit" halte er die Mauer "für gar nicht entschuldbar", sagte der PDS-Spitzenkandidat bei der Wahl in Berlin.

Akzeptanz erhöhen

Hinsichtlich der Wahl glaube er, dass eine Beteiligung seiner Partei am Berliner Senat (Stadtregierung) "die Akzeptanz der PDS bis nach Bayern deutlich erhöhen" und die Linkssozialisten "natürlich" mittelfristig auch auf Bundesebene koalitionsfähig machen werde. Im Jahr 2006 halte er eine Mitte-Links-Regierung mit der PDS "für gut möglich", sagte er weiter.

Damit die überschuldete Stadt von Bund und Ländern entlastet werde, will Gysi nach eigenen Angaben nach der Wahl im Oktober darauf drängen, dass eine Kommission zur Klärung der Berliner Aufgaben gebildet werde. Es müsse auch geklärt werden, wie das von allen gemeinsam finanziert werden könne. Diese Kommission solle mit Vertretern von Medien, Kirchen, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaften aus dem ganzen Land besetzt sein. Geleitet werden solle sie von den früheren Berliner Bürgermeistern Richard von Weizsäcker (CDU) und Hans-Jochen Vogel (SPD), sagte Gysi weiter. (APA)

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