Folterungen und sexuelle Übergriffe sind an der Tagesordnung

22. August 2001, 11:46
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ai fordert mehr Schutz für inhaftierte Frauen im Libanon

Bern/London - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat mehr Schutz für inhaftierte Frauen im Libanon verlangt und auf Folter, Misshandlung und sexuelle Übergriffe aufmerksam gemacht. Dies müsse von einer unabhängigen Institution untersucht und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, forderte die Organisation in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Amnesty rief die libanesische Regierung auf, die Bedingungen in den Frauengefängnissen zu verbessern sowie Sicherheitskräfte und Polizisten im Umgang mit weiblichen Gefangenen zu schulen.

Staatsanwaltschaft "stimmt stillschweigend zu"

Die Menschenrechtsorganisation beklagte, dass unter Verbrechensverdacht stehende Frauen oftmals über einen längeren Zeitraum ohne Kontakt zur Außenwelt in Untersuchungshaft gehalten würden. Sie seien dabei wiederholt Folterungen, Misshandlungen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt, obwohl die libanesische Verfassung zumindest auf dem Papier einen Schutz gewährleiste. Die Staatsanwaltschaft überwache die Haftbedingungen in Polizeistationen oftmals nicht, hieß es weiter. Diese Kultur stillschweigender Zustimmung setze den Rechtsschutz außer Kraft, beschrieb amnesty die Folgen für die betroffenen Frauen. (Apa/AP)

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