Vier Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen

22. August 2001, 09:51
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Bergungsversuch eines Verletzten endete tödlich

Nablus/Ramallah - Israelische Soldaten haben in der Nacht auf Mittwoch bei Nablus im Westjordanland vier Palästinenser erschossen. Nach palästinensischen Angaben töteten die Soldaten am späten Dienstagabend einen Mann aus dem Dorf Beit Eibe; als drei Palästinenser versuchten, den zunächst nur schwer verletzten Mann zu bergen, seien sie ebenfalls beschossen und getötet worden, berichteten Augenzeugen.

Beim Beschuss der Ortschaft Bitunia, ebenfalls im Westjordanland, wurden in der Nacht fünf Palästinenser zum Teil schwer verletzt. Unter den Getroffenen waren nach diesen Angaben auch zwei Kinder.

Vorbereitung für einen Bombenanschlag

Nach Darstellung des israelischen Militärs überraschte eine Eliteeinheit die Palästinenser bei Vorbereitungen für einen Bombenanschlag auf die jüdische Siedlung Shavei Shomron nordwestlich von Nablus.

Nach Krankenhausangaben erlitten drei Palästinenser im Alter von 22 bis 30 Jahren tödliche Schussverletzungen. Die Leiche eines vierten Opfers befand sich nach Angaben der Palästinenserbewegung Fatah in den Händen der israelischen Armee.

Sharon: Dulde keinen weiteren Schuss

Die israelische Tageszeitung "Yediot Aharonot" berichtete am Mittwoch, Ministerpräsident Ariel Sharon habe dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat durch den deutschen Außenminister Joschka Fischer ausrichten lassen, er dulde keinen weiteren Schuss auf Jerusalem. "Als ich sagte, Israel dulde keinen weiteren Schuss auf Gilo (eine jüdische Siedlung am Rande Ostjerusalems), habe ich mich geirrt. Tatsächlich wird Israel beim ersten Schuss auf Jerusalem mit einer Härte antworten, die Arafat sich noch nicht einmal vorstellen kann", zitierte die Zeitung den Regierungschef. (APA/dpa/Reuters)

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