Prospekthaftungsklagen gegen Deutsche Telekom eingereicht

22. August 2001, 01:59
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150 Aktionäre wollen Schadenersatz wegen angeblich falscher Bilanzierung des Immobilenvermögens

Rund 150 Telekom-Aktionäre haben nach Angaben eines Rechtsanwalts beim Landgericht Frankfurt ihre angekündigten Schadenersatzklagen gegen die Deutsche Telekom wegen angeblich falscher Börsenprospekte eingereicht. Als Klägervertreter sagte Rechtsanwalt Hans-Joachim Wiebe, die Mandanten wollten von der Telekom Schadenersatz für den Kursrutsch der Aktien unter die Emissionspreise des zweiten und dritten Börsengangs. Die Papiere seien wegen Falschbilanzierung des Immobilienvermögens eingebrochen, fügte der Anwalt hinzu.

Rechtzeitig vor Ende der Frist

Nach seiner Darstellung endete am Dienstag die Frist, innerhalb derer Ansprüche wegen möglicherweise falscher Börsenprospekte geltend gemacht werden können. Die Telekom hat bisher die Vorwürfe stets bestritten.

Die Kläger begründen ihre zunächst nur gegen die Telekom und nicht gegen die Beraterbanken des Unternehmens gerichteten Ansprüche mit einer angeblich falschen Bilanzierung des Sachanlage- und Immobilienvermögens der Telekom, die Grundlage für die Börsenprospekte gewesen ist.

Der "Kunstgriff" der "Unterkapitalisierung"

Der Klageschrift zufolge wurde bei der Erstellung der Eröffnungsbilanz der Telekom zum 1. Januar 1995 ein "Kunstgriff" angewandt, um eine "Unterkapitalisierung" zu vermeiden, an der die Eintragung ins Handelsregister gescheitert wäre. Dazu sei das Immobilienvermögen des Konzerns durch Hebung stiller Reserven um 12,73 Mrd. DM (6,51 Mrd. Euro/89,6 Mrd. S) aufgewertet worden, um gleichzeitig aufgedeckte stille Verluste in Höhe von 14,8 Mrd. DM beim fernmeldetechnischen Sachanlagevermögen zu kompensieren. (APA/Reuters)

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