Nichts gelernt

21. August 2001, 20:02
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Die FPÖ betrachtet sich als die eigentliche sozialistische Partei. Das hat Haider immer wieder gesagt, das sagen seine Adepten wie Westenthaler (selbst dem roten Milieu entlaufen). Die FPÖ denkt durchaus sozialistisch, nur setzt sie eben ein "national" davor. Sie ist staatsinterventionistisch, hat den "kleinen Mann" und seine staatliche Alimentierung zum Götzen erhoben. Nur kommen dann eben noch autoritäre und völkische Elemente dazu. Der Erfolg der FPÖ erklärt sich zu einem guten Teil daraus, dass frustrierte Arbeiter in Scharen von der SPÖ zu ihr übergelaufen sind. Die FPÖ ist prozentmäßig die größte Arbeiterpartei. Ihr eigentliches Ziel ist es, die SPÖ und ihren ganzen Institutionen-Anhang von den Gewerkschaften über die Sozialversicherungen zu zerschlagen - aber nicht etwa, um dann die Gutsherren nach Prinzhorn-Art an die Macht kommen zu lassen, sondern um sich selbst als die eigentliche, die "bessere" nationale und sozialistische Partei in den Machtstrukturen einzurichten. In den Gewerkschaften und unter den sozialdemokratischen Funktionären hat man das anscheinend immer noch nicht begriffen. Sonst würde man nicht so katastrophal Selbstmord begehen wie die Post-Gewerkschafter. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 22.8.2001)
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