Oberösterreich: Genmais-Tests sollen ausgeweitet werden

21. August 2001, 19:43
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Monitoring und Entschädigungszahlungen kosten rund 3,3 Millionen

Linz - Oberösterreichs Umweltlandesrätin Ursula Haubner (FP) will eine Ausweitung der Genmais-Untersuchungen. Zusätzlich zur Maissorte PR 39 D 81, die bereits untersucht wird, sollen künftig auch die Maissorten Mona Lisa, Ribera, Adelfia und Lambada vom Umweltbundesamt auf Gen-Kontamination geprüft werden. Dies sieht auch das "Konzept Monitoring" der Oberösterreichischen Landwirtschaftskammer vor.

Bis jetzt wurden in Oberösterreich rund 700 Hektar Genmais vernichtet. "Die Maisblüte ist bereits vorbei, für Sofortmaßnahmen ist es jetzt zu spät", so Haubner und fordert, dass jene Landwirte, die freiwillig Gentech-Mais auf ihren Feldern vernichten, mit 16.000 Schilling entschädigt werden. Die Entschädigungsgelder soll sich das Land Oberösterreich durch Klage der jeweiligen Saatgutfirmen zurückholen.

In Niederösterreich hingegen erhalten die Bauern 23.000 Schilling (1671 ) pro Hektar. Insgesamt sind bereits über 1000 Hektar Genmais vernichtet worden. Laut Niederösterreichs Agrarlandesrat Josef Plank (VP) finanziere das Land die Entschädigungen vor, die dann vom Bund zurück erstattet würden.

Oberösterreich muss insgesamt 3,3 Millionen Schilling (239.820 ) für das Monitoring und die Entschädigungszahlungen für rund 170 Hektar Anbaufläche aufbringen. Ein Betrag, den das Land Oberösterreich "unbedingt leisten muss, um in der Landwirtschaft gentechnikfrei zu bleiben", ist Haubner von der Notwendigkeit ihres Vorhabens überzeugt.

Die Landesregierung sprach sich am Montag zwar grundsätzlich für Haubners Vorschlag aus, bisher nicht erfasste Sorten ins Genmais-Monitoring aufzunehmen. Nach Auskunft aus dem Büro der Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (SP) sei Haubners Antrag jedoch "unklar formuliert". Deshalb wurde eine Expertengruppe einberufen, die nun klären soll, welche Felder und Sorten unter die Lupe genommen werden. Die Entscheidung der Landesregierung wird voraussichtlich am 3. September fallen. (etz/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. August 2001)

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