Eigentümer: "Nachbau des Originals wäre Unsinn"

23. August 2001, 12:15
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Feuerversicherung "tritt ein", Haftung offen

Wien - Ein Wiederaufbau der Sofiensäle sei "nicht sinnvoll". Unmittelbar vor der für Dienstagnachmittag anberaumten Sitzung der Eigentümer des abgebrannten Tanzpalastes erklärte Sofiensäle AG-Aufsichtsratsvorsitzender Karl Pistotnik im Gespräch mit dem STANDARD, dass er wenig Chancen für das Wiederauferstehen der Ruine sehe: "Ein originalgetreuer Nachbau wäre wirtschaftlicher und kulturpolitischer Unsinn." Dass das Bundesdenkmalamt dies verstehe, bezweifle er nicht. Lokalpolitikern (VP- und FP-Funktionäre ventilieren derartige Ideen bereits) stehe es aber frei, die Ruine "zu kaufen und das Gebäude wieder aufzubauen".

Wie hoch der Schaden ist, könne Pistotnik erst sagen, wenn die Sachverständigengutachten vorliegen. Diese seien "frühestens Ende der Woche" zu erwarten. Vorher wäre jede Schätzung unseriös.

Nach Angaben Allianz Elementar AG, "tritt die nun die Feuerversicherung ein". Das bedeute, dass nach Feststehen der Schadenshöhe ausbezahlt werde - im Höchstfall 180 Millionen Schilling (rund 13 Mio. ). Im Falle von Fahrlässigkeit bei den Flämmarbeiten am Dach trete eine Haftpflichtversicherung ein. Dies könnte jenen Dachdecker treffen, der die Arbeiten durchgeführt hatte. In dem Betrieb war gestern, Dienstag, niemand erreichbar. (aw, rott/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. August 2001)

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