Aids-Hilfe-Gruppen verklagen Südafrikas Regierung

21. August 2001, 18:59
posten

Infizierte Schwangere sollen Medikamente bekommen

Johannesburg - Angesichts der hohen Zahl HIV-infizierter Neugeborener in Südafrika haben Aids-Aktivisten und Ärzte sich zu einer Klage gegen die Regierung des Landes entschlossen. Die Aids-Hilfe-Gruppe Kampagne für aktive Behandlung (TAC) und eine Reihe von Kinderärzten reichten am Dienstag in Johannesburg eine Klage ein, mit der das Gesundheitsministerium gezwungen werden soll, an infizierte Schwangere Medikamente zu verteilen, die das Ansteckungsrisiko der Kinder drastisch reduzieren.

Seine Gruppe habe vier Jahre lang vergeblich versucht, die südafrikanische Regierung zur Medikamentierung schwangerer HIV-Positiver zu bewegen, um die Ansteckung der Kinder vor und während der Geburt zu verringern, sagte der TAC-Vorsitzende Mark Heywood auf einer Pressekonferenz in Johannesburg. Jetzt sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Ergreifung rechtlicher Schritte unvermeidbar geworden sei. Außerdem wolle man die Regierung zwingen, eine klare politische Linie in der Aids-Bekämpfung zu erarbeiten.

Täglich werden in Südafrika rund 200 HIV-infizierte Kinder geboren. Nach Angaben der Aids-Aktivisten könnte diese Zahl durch Verabreichung des Medikaments Nevirapine halbiert werden. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.