FP-Geschäftsführer Markus Mitterrutzner

21. August 2001, 19:10
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Mechaniker mit ruhiger Hand für die Parteiarbeit

"Markus Mitterrutzner ist wie mein Schatten. Er begleitet mich überall hin, weiß über alle Termine Bescheid, ist auch bei vertraulichen Gesprächen dabei. Er ist loyal, eine Vertrauensperson. Da gibt es keine Geheimnisse", so Vizekanzlerin und FPÖ-Parteichefin Susanne Riess-Passer über ihren persönlichen Referenten. Gute Voraussetzungen für den Job des freiheitlichen Bundesgeschäftsführers.

Der 29-jährige Mitterrutzner, ein gebürtiger Innsbrucker, wird die Nachfolge des bisherigen Bundesgeschäftsführers Gilbert Trattner antreten. Die organisatorische Schaltstelle der Partei bleibt damit fest in Tiroler Hand. Mitterrutzner kennt man in der Partei, allerdings gibt es nur wenige, die ihn wirklich gut kennen: Meist bleibt er auf Distanz. Er ist ein stiller Typ, der lieber im Hintergrund agiert, als sich nach vorne zu spielen. Das macht ihn für viele in der FPÖ auch sympathisch: "Er hat keine Allüren, und er ist kein Wichtigmacher", sagt einer seiner Gesinnungskameraden.

Gelernter Kfz-Mechaniker

Der gelernte Kfz-Mechaniker kennt die Partei von der Pike auf - für Riess-Passer der entscheidende Grund, ihn in die Bundesgeschäftsstelle zu schicken. Und sie vertraut ihm. Bei der Parteibasis, die bisher kaum mit ihm Kontakt hatte, genießt Mitterrutzner jedenfalls einen Vertrauensvorschuss. Auch wenn es manche skeptisch macht, dass der junge Mann gleich mit allen kann. Das schließt so gegensätzliche und schwierige Charaktere wie Jörg Haider, Peter Westenthaler und Thomas Prinzhorn mit ein. Der Betreuer Riess-Passers eckt einfach nirgends an.

Die Aufgabe ist nicht ganz einfach: Es geht darum, die Partei organisatorisch in den Griff zu kriegen und auf Linie zu halten. Mitterrutzner selbst sagt, er will den Wechsel der FPÖ von der Opposition in die Regierung "auch in organisatorischer Hinsicht finalisieren". Dass ihm dabei gleich drei Generalsekretäre zur Seite - oder im Wege - stehen, macht es nicht leichter. Die Diskussion über eine Reduzierung des Generalsekretariates ist somit wohl eröffnet.

Vater eines Kindes

Mitterrutzner, Vater eines Kindes, aber nicht verheiratet, hat sein Engagement bei den Freiheitlichen 1992 in der Tiroler Landesgeschäftsstelle begonnen. Seit 1999 steht er Parteichefin Riess-Passer zur Seite. Bedingungslos. Und meist gelassen. Während alle anderen bei anstehenden Wahlen längst fiebern, lässt er sich von der Nervosität nicht anstecken und bleibt ruhig.

"Mitterrutzner macht das, was man ihm anschafft", sagt einer seiner Kollegen. Soll heißen: Er ist verlässlich. Wie sich seine Arbeit auswirkt, wenn er nicht nur die Befehle anderer ausführt, wird am Auftritt der Partei nach außen hin zu erkennen sein. Viel stiller, als Gilbert Trattner den Bundesgeschäftsführer gab, wird es aber auch Mitterrutzner nicht anlegen können. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 22.8.2001)

Von Michael Völker
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