Heimwehkranker Elefant nach tagelanger Flucht gefangen

21. August 2001, 17:30
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Tier brach aus Naturpark in Südafrika aus und wollte nach Hause

Johannesburg - Nach tagelanger Flucht ist in Südafrika ein heimwehkranker Elefantenbulle wieder eingefangen worden. Das 20 Jahre alte Tier war durch ein offenes Gatter aus dem St. Lucia Naturpark an der Ostküste des Landes geflohen, teilte das Management des Parks am Montag mit. Unbefugte hätten zwei der knapp 50 verriegelten Tore geöffnet, hieß es weiter.

Der Elefant war im Rahmen einer Umsiedlungsaktion vor zwei Wochen aus dem Landesinnern in den Küstenpark gebracht worden. Während einer mehrtägigen Wanderung in Richtung seiner ursprünglichen Heimat streifte der Elefant durch mehrere Naturgebiete und überquerte sogar eine Autobahn. Dank eines Sender-Halsbands konnte das Tier aber lokalisiert und schließlich eingefangen werden.

"Wir müssen dem Elefanten ein großes Lob aussprechen", sagte Wayne Elliot vom regionalen Umweltamt. Selbst in den dichtbesiedelten Gebieten habe er sich ruhig verhalten und nichts zerstört. Mit der Umsiedlung einer Gruppe von fünf Elefanten sollte eine vor hundert Jahren ausgestorbene Küstenherde wieder aufgebaut werden. Biologen kritisierten die Aktion mit der Begründung, die spezifischen Verhaltensweisen der Küstenelefanten seien genetisch bedingt. Die Herde könne nicht durch Tiere aus dem Landesinnern ersetzt werden. (APA/dpa)

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