Die fatalen Ernährungsirrtümer von Kindern

27. August 2001, 13:09
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Wenn Milchschnitten, Cola und Hamburger als "gesund" wahrgenommen werden, sind die Eltern schuld

Bad Aachen/Wien - Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren wissen bereits, dass Obst, Gemüse, und Milch gesunde Lebensmittel sind, Schokolade und Zuckerl dagegen in der Regel ungesunde. 20 bis 40 Prozent der sechs bis achtjährigen Deutschen meinen allerdings auch, dass Milchschnitten, Cola und Hamburger in die Abteilung "Gesundes" gehören, berichtete das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T) in Bad Aachen. An solchen kindlichen "Irrtümern" sei nicht nur die Werbung schuld, sondern ebenso das Vorbild der Eltern.

Aber auch Väter und Mütter, die ihrem Nachwuchs mit speziellen "Kinderlebensmitteln" etwas Gutes tun möchten, liegen oft falsch. Diese Produkte halten den Experten zufolge nicht, was sie versprechen. Zwar seien "Kinderlebensmittel" teilweise mit Vitaminen und Kalzium versetzt, doch die Zutatenliste weise meist auf einen hohen Fettanteil und/oder Zuckergehalt hin. "Süßigkeiten werden auch durch den Zusatz von Vitaminen und Kalzium nicht besser", lautet die Warnung. "Sie schaden nicht nur der Gesundheit Ihrer Kinder, sondern schädigen auch die Zähne."

Ganz nüchtern

Was tun, wenn der Sprössling nachdrücklich auf dem kunterbunten Snack aus der Werbung beharrt? "Testen Sie mit dem Kind die vom Kind gewünschten Angebote und besprechen Sie gemeinsam Vor- und Nachteile", raten die Experten. "Strikte Verbote ('Nein, das kaufen wir nicht...') und Gebote ('Du musst das essen') verstärken den Wunsch nach einem bestimmten Produkt."

Wenn Kinder kein Obst mögen, kann es ihnen in "versteckter Form" angeboten werden: Milchshakes, frisch gepresste Obstsäfte, Bananenbrot, Pfirsich-Topfenbrot, Müsli mit frischen Früchten, püriertes Obst als Sauce für Nachtisch und vermehrt Gemüse auf den Tisch bringen. Wenn Kinder kein Gemüse mögen, kann man es mit Aufläufen, Eintöpfen oder pürierten Gemüsesuppen versuchen. Da Ballaststoffe für eine lang anhaltende Sättigung sorgen, sollten auch Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen. Darf das Kind beim Kochen mithelfen, ist das, was auf den Teller kommt, gleich viel interessanter. Süßes oder Besuche in Fast-Food-Restaurants sollten übrigens den Fachleuten zufolge nie als Lob oder Geschenk eingesetzt werden, zum Beispiel für einen erfolgreich absolvierten Frisör- oder Arztbesuch. (APA)

Eine Liste über ungesunde Snacks und Fast-Food ist auf der DIET-Webseite über den Pfad Übergewicht abrufbar
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