Sierra Leone: Freilassung des Guerilla- Führers gefordert

21. August 2001, 17:28
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Rebellen beschuldigen Briten Anführer Sankoh festzuhalten

Nairobi/Freetown - Rebellen im westafrikanischen Sierra Leone haben die britische Armee beschuldigt, ihren Anführer Foday Sankoh festzuhalten. Wie der Radiosender BBC am Dienstag berichtete, forderten die Milizkämpfer der "Revolutionären Vereinigten Front" (RUF) in einem Schreiben an die UNO-Mission für Sierra Leone (UNAMSIL), mit dem im vergangenen Jahr inhaftierten Rebellenführer zusammentreffen zu dürfen.

Sankoh war das letzte Mal in der Gewalt britischer und Soldaten von Sierra Leone gesehen worden. Sie verhafteten ihn, nachdem seine Anhänger Dutzende Menschen erschossen hatten, die in der Hauptstadt Freetown ihren Protest gegen die RUF kundgetan hatten. Seitdem bestritt die britische Armee jedoch, Kenntnis über Sankohs genauen Aufenthaltsort zu haben.

Britische Eingreiftruppen unterstützen die weltweit größte Blauhelm-Truppe bei der Überwachung des Friedensvertrags, der den zehnjährigen Bürgerkrieg zwischen Rebellen und der Regierung des westafrikanischen Landes beenden soll. Der 1999 geschlossene Vertrag war mehrfach gebrochen worden. Im März hatten die Rebellen schließlich mit Nachdruck versichert, der Krieg sei nun beendet. Im Mai war unter Kontrolle der UNO-Soldaten eine erfolgreiche Entwaffnungsaktion angelaufen. Im vergangenen Monat stimmte der UNO-Sicherheitsrat dem Aufbau eines Kriegsverbrechertribunals zu. Auch Sankoh soll sich vor dem Tribunal verantworten.(APA/dpa)

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