Israel will Teilnahme an der Weltkonferenz gegen Rassismus absagen

21. August 2001, 14:30
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Kritik an Gleichsetzung von Zionismus und Rassismus

Berlin - Israel erwägt wegen neuer Rassismus-Vorwürfe von arabischer Seite offenbar eine Absage an die bevorstehende Weltkonferenz gegen Rassismus. Der Vizeabteilungsleiter im Jerusalemer Außenministerium, Mordechai Yedid, sagte am Dienstag in Berlin, er hoffe auf die deutliche Unterstützung Deutschlands dafür, die in den Textentwürfen für die UNO-Konferenz enthaltenen Vorwürfe zu tilgen.

Das deutsche Außenministerium teilte mit, es setze sich für einen Erfolg der Konferenz gegen Rassismus ein. Ziel sei es, zum wichtigen Thema Rassismus ein einheitliches und deutliches Signal der Staatengemeinschaft zu setzen. Deutschland habe sich in den Vorbereitungskonferenzen um eine Überwindung der Gegensätze bemüht, so eine Sprecherin im Außenamt. Die Weltkonferenz findet unter der Gastgeberschaft Südafrikas vom 31. August bis 7. September in Durban statt.

Laut Yedid sind bei den Vorbereitungskonferenzen in die Textentwürfe für eine Resolution und für ein Aktionsprogramm Passagen aufgenommen worden, in denen Zionismus und Rassismus gleichgesetzt werden. Diese Gleichsetzung sei auf arabisches Betreiben schon einmal in UNO-Resolutionen aufgenommen, 1991 aber als unrechtmäßig wieder gestrichen worden.

Der erneute Versuch verfolge die Absicht, die Frage des Rassismus mit dem Nahostkonflikt zu verknüpfen, erklärte der israelische Diplomat. Unter anderen sei von "zionistischen Praktiken", "rassistischen Praktiken des Zionismus" und von angeblicher "rassischer Überlegenheit der zionistischen Bewegung" die Rede. Nach Angaben Yedids geht es nicht darum, die Passagen zu relativieren, sondern aus den Papieren zu streichen. Andernfalls werde Israel nicht an der Konferenz teilnehmen. Dies würde einem Scheitern der Konferenz gleichkommen. (APA/AP)

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