Casinos Austria ohne Glückssträhne

21. August 2001, 13:44
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Wachsende Auslandskonkurrenz als Bedrohung - Zahl der Besucher geht zurück

Bregenz - Den Casinos Austria macht die ausländische Konkurrenz zunehmend zu schaffen. Schon jetzt gebe es in den Grenzregionen zu Österreich 34 ausländische Casinos, sagte Vorstandsdirektor Emil Mezgolits am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Bregenz. Vor allem in den Ländern des ehemaligen Ostblocks steige die Zahl der Anbieter rasch. Die beiden Vorarlberger Casinos entwickelten sich, nach einem überaus guten Jahr 2000, im ersten Halbjahr 2001 unterdurchschnittlich.

Das Casino Bregenz steigerte seinen Bruttospielertrag im Jahr 2000 um 10,4 Prozent auf 373,4 Mill. S (27,1 Mill. Euro), obwohl die Zahl der Besucher um 4,3 Prozent auf 315.053 zurückging. Im ersten Halbjahr 2001 verlor das - je nach Kennzahl zweit- oder drittgrößte - Casino Österreichs jedoch: Der Bruttospielerertrag sank um 2,3 Prozent auf 175,3 Mill. S. Zudem kamen noch einmal um vier Prozent weniger Besucher in das Haus am Bodensee.

Hoffnungsmarkt Schweiz

Ebenfalls unterdurchschnittlich entwickelte sich im ersten Halbjahr 2001 das Casino Kleinwalsertal: Die Besucherzahl sank um 0,4 Prozent auf 43.798, der Bruttospielertrag stieg geringfügig um 1,0 Prozent auf 25,9 Mill. S. Österreichweit stieg der Bruttospielertrag der Casinos Austria heuer um 4,3 Prozent. Im Jahr 2000 war der Bruttospielertrag im Kleinwalsertal noch um 5,0 Prozent auf 56,6 Mill. S gewachsen, die Zahl der Besucher stieg um 1,4 Prozent auf 83.456.

Casinos Austria-Vorstandsdirektor Mezgolits wollte die Entwicklung der beiden Vorarlberger Häuser im ersten Halbjahr nicht überbewerten: "Das sind keine wirklich ausschlaggebenden Größenordnungen." Das vor einem Jahr neu eröffnete Casino Lindau habe aber sicher einige Besucher von der Fahrt nach Bregenz abgehalten.

Gute Chancen rechnen sich die Casinos Austria bei der anstehenden Vergabe der Lizenzen in der Schweiz - insbesondere für die Lizenz für ein Casino im nahegelegenen St. Gallen - aus. Zudem glaubt der Bregenzer Casino-Direktor Helfried Semler, "dass der Trend aufrecht bleibt, dass der Schweizer gern ins Ausland fährt, um sein Geld auszugeben". (APA)

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