Tschertschessow: "Wir schaffen es!"

21. August 2001, 13:00
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Der russische Ikone Tirols im Interview

Innsbruck - Seit seiner Knie-Operation im Herbst hat er zwar nicht mehr gespielt und ist derzeit hinter Marc Ziegler und Heinz Weber nur das dritte Rad am Torhüter-Wagen des FC Tirol, aber in diesen Tagen ist Stanislaw Tschertschessow in anderer Hinsicht sehr wichtig. Der frühere 38jährige russische Teamkeeper versorgt Trainer aus dem Internet und aus Zeitungen seiner Heimat mit Infos über Lok Moskau. Vor dem Champions League-Spiel am Mittwoch gegen seine Landsleute steht der Kaukasier im Interview Rede und Antwort.

Alles spricht vom Spiel der Spiele, der Erwartungsdruck der Fans ist hoch, inwieweit belastest das die Mannschaft?

Tschertschessow: "Das ist kein besonderes Spiel. Es sind 90 Minuten wie immer. Natürlich hat das Match einen höheren Stellenwert als gegen Admira oder Bregenz. Aber wir sind gut drauf, das hat das jüngste Spiel gegen Rapid wieder gezeigt. Wir werden es schaffen. Egal wo wir spielen, wir können gegen jeden Gegner unser Spiel aufziehen. Mittwoch spielen wir zu Hause und ich hoffe, dass wir mit Hilfe unseres Publikum die Gegentore, die wir in Moskau bekommen haben, aufholen werden."

Sie haben in den vergangenen Tagen sicher viel im Internet gesurft und russische Zeitungen gelesen. Wie sieht die andere Seite das Match?

Tschertschessow: "In Russland läuft die Meisterschaft auch schon, alle drei Tage ist ein Spiel und deshalb wird dort nicht soviel über uns berichtet wie wir hier über Lok reden. Die Moskauer haben jedoch auch Probleme. Ihr Torwart war verletzt und hat zuletzt zwei Spiele pausiert. Ich weiß nicht, ob er gegen uns spielen kann oder nicht. Es sind auch noch ein paar andere Spieler angeschlagen."

Sie haben selber unter dem jetzigen Lok-Trainer Juri Sjomin gespielt. Wie wird er seine Taktik gegen Tirol anlegen?

Tschertschessow: "Lok wird auf Ergebnis spielen, vermutlich nicht sonderlich offensiv agieren, sondern hinten zu machen. Darüber dürfen wir nicht überrascht sein. In Moskau hat Lok gegen uns Eins gegen eins auf unsere gefährlichen Spieler gespielt und in Innsbruck wird diese Taktik wohl nicht geändert werden."

War das Innsbrucker Publikum je bei einem Match so wichtig?

Tschertschessow: "Möglicherweise ist bei Spielen gegen Admira das Publikum wichtiger, da man für solche Spiele nur schwer Spannung aufbauen kann und deshalb brauchen wir die Unterstützung von den Zuschauern. Jetzt ist jedoch Champions League und diesmal benötigen wir die Fans nicht für unsere Spannung, sondern um unseren Gegner zu verunsichern, damit wir daraus einen Vorteil schlagen können."

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