Schulden bei YLine explodierten 2000

21. August 2001, 18:35
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Mit halber Milliarde höher als Umsatz

Wien - Das börsenotierte Wiener Internetunternehmen und Softwarehaus YLine hat das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 mit 37,715 Mio. Euro (519 Mio. S) in der Kreide beendet. Das ist dreimal so viel wie im Jahre 1999, wo die Gesamtverbindlichkeiten noch 12,414 Mio. Euro betragen haben.

Einen deutlichen Zuwachs gab es dabei bei den Lieferantenverbindlichkeiten, sie erhöhten sich im vergangenen Jahr von 4,393 auf 22,356 Mio. Euro, geht aus dem Finanzbericht des Unternehmens hervor, der auf der YLine-Homepage veröffentlicht wurde. YLine-Sprecher Willi Berner bestätigte am Dienstag die Existenz der Verbindlichkeiten, betonte aber dass die Forderungen der YLine die Verbindlichkeiten deutlich überschritten haben. Dies gelte auch weiterhin. Außerdem seien in den Verbindlichkeiten praktisch keine Bankschulden enthalten gewesen.

Schulden bei IBM und Bluebull

Großteils hätten sich die Schulden auf IBM (14 Mio. Euro) und Bluebull (sechs Mio. Euro) aufgeteilt, so Berner.

Der Rest seien weitere Kundenverbindlichkeiten. Mit 37,715 Mio. Euro überstiegen die Verbindlichkeiten der YLine Business Service AG im vergangenen Jahr sogar den Umsatz, obwohl sich dieser im Jahr 2000 - wie berichtet - von 3,861 auf 34,125 Mio. Euro (470 Mio. S) fast verzehnfacht hat. Der Verlust vor Steuern hat sich im vergangenen Jahr von 5,745 auf 14,784 Mio. Euro fast verdreifacht. Die Zahl der Mitarbeiter bei der Konzernmutter, die im vergangenen Jahr von 70 auf 120 Mitarbeiter angewachsen war, hat sich unterdessen wieder massiv dezimiert. Dem Vernehmen nach will YLine IBM nun auch wegen den kürzlich erlittenen Kursverlusten klagen. IBM hatte betritten, dass mit YLine eine Kooperation bestehe, worauf die Notierungen einbrachen. (APA/red/DER STANDARD, Printausgabe 22.8.2001)

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