Ötzi Unlimited

21. August 2001, 12:25
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Der kommerziellen Verwertung sind keine Grenzen gesetzt: Vom Ötzi-Dorf über die Briefmarke bis zum Musical

Bozen - Nicht nur für die Forschung, sondern auch für die breite Öffentlichkeit ist die Gletschermumie "Ötzi" seit ihrem Fund vor zehn Jahren im Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen heiß begehrt. Im Ötzi-Dorf, als Schokolade, auf Weinflaschen oder Briefmarken und sogar im Musical "Frozen Fritz" wurde der 5.300 Jahre alte Eismann unter anderem verewigt und vermarktet. Anlässlich des Jubiläums am 19. September sind außerdem zahlreiche Aktivitäten im Südtiroler Archäologiemuseum geplant.

Am Tag des Fundes soll in und um das Museum, das Ötzi als letzte Ruhestätte dient, ein so genannter Jubiläumsevent mit verschiedenen Sonderaktionen stattfinden. Vom 19. bis 21. September sollen die Türen des Museums bis Mitternacht geöffnet bleiben und Interessierten Gelegenheit zum "Ötzi-Schauen" geben, erklärte Museumskoordinatorin Angelika Fleckinger. Abends wird an der Außenfassade des Gebäudes mehrmals eine Multivisionsshow über den Gletschermann gezeigt. Abgerundet werden soll das Programm durch Vorträge für das "breite Publikum". Zudem wird vom 20. bis 22. September eine internationale Tagung mit Experten aus dem In- und Ausland in Bozen stattfinden. Dabei soll Bilanz über bisherige Forschungen gezogen und die neuesten Ergebnisse erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Dokumentation

Darüber hinaus soll über Ötzi, der 1991 am Hauslabjoch im Gebiet des Similaun-Gletschers gefunden worden war, ein wissenschaftlicher Dokumentarfilm in Zusammenarbeit mit der BBC und dem Discovery Channel entstehen. Auch eine Briefmarken-Sonderedition sowie eine "Ötzi"-Telefonwertkarte sollen im September aufgelegt werden. Zu musikalischen Ehren soll der Gletschermann in dem Rock-Pop-Musical "Frozen Fritz" gelangen, das am 13. September in Bozen Weltpremiere haben soll.

Der Mann aus dem Eis und seine Beifunde nehmen im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen einen zentralen Ausstellungskomplex ein. Aufbewahrt wird Ötzi in einer speziellen Kühlzelle, in der klimatische Bedingungen wie im "Ewigen Eis" simuliert werden. Vor allem durch die Gletschermumie hat das Museum in den vergangenen Jahren einen kräftigen Aufschwung erlebt. Während im Jahr 1998 noch 245.199 Besucher den "Mann aus dem Eis" und andere Museumsattraktivitäten besichtigen, steigerte sich diese Zahl im Jahr 2000 auf 277.294. Heuer werde ungefähr mit der gleichen Besucherzahl wie im Vorjahr gerechnet, sagte Fleckinger.

Fast wie im richtigen Leben ...

Auf Ötzis Pfaden wandeln können Interessierte bereits seit dem Vorjahr im "Ötzidorf" in der Ötztaler Gemeinde Umhausen in Tirol. Der 9.000 Quadratmeter große archäologische Freiluftpark, der unter der wissenschaftlichen Leitung der Universität Innsbruck gebaut wurde, soll den Besuchern Aufschluss über die Periode der Jungsteinzeit sowie über das mögliche Alltagsleben zu Zeiten Ötzis Zeiten vor 5.300 Jahren geben. Auch im Südtiroler Schnalstal, in der Nähe des Fundortes der Gletschermumie, soll rechtzeitig zum "Auffindungsjubiläum" ein jungsteinzeitlicher Archäologiepark eröffnet werden. (APA)

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