Leni Riefenstahl wird 99

22. August 2001, 16:09
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Ohne Morphium kann umstrittene Regisseurin Schmerzen nicht mehr ertragen

München - Leni Riefenstahl, umstrittene Filmregisseurin während der NS-Zeit, fühlt sich gesundheitlich angeschlagen. "Es ist schwer für einen Menschen, der einmal zu 100 Prozent aktiv war, nun langsam erleben zu müssen, dass die Kräfte nachlassen. Krankheiten nehmen zu, und man ist geistig nicht mehr so fit", sagte die Künstlerin, am Mittwoch 99 Jahre alt wird.

Ihren täglichen "Hauptkampf" führe sie gegen die "unerträglichen Rückenschmerzen". Noch so starke Medikamente nutzten nichts. "Deshalb bekomme ich alle acht Stunden eine Morphiuminfusion."

Die 1902 in Berlin geborene Riefenstahl wurde mit umstrittenen Propagandafilmen über die Reichsparteitage der Nazis in Nürnberg (1933/34) sowie über die Olympischen Spiele in Berlin 1936 bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Riefenstahl natur- und völkerkundliche Dokumentarfilme und Fotoreportagen. Dabei besuchte sie mehrfach die sudanesischen Nuba. Bei einer dieser Reisen war sie im März vergangenen Jahres mit einem Hubschrauber abgestürzt und hatte sich mehrere Rippen gebrochen. Die Regisseurin und Fotografin lebt am Starnberger See. (APA/dpa)

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