Nebenberufliche Selbständigkeit

22. August 2001, 09:00
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Eine zusätzliche Tätigkeit als Arbeitnehmer bringt Vor- aber auch Nachteile

Die Gründung eines eigenen Unternehmens schließt nicht aus, dass der Gründer daneben auch einer unselbständigen Tätigkeit als Arbeitnehmer nachgeht bzw. diese weiterführt.

Nebenberufliche Einstieg in die Selbständigkeit

Inwieweit sich diese Doppelfunktion vorteilig oder nachteilig auf den Unternehmensaufbau auswirkt, wird sehr stark von der Geschäftsidee und der persönlichen Situation des Gründers abhängen.

Vorteil: Minderung des Risikos

Der nebenberufliche Start kann jedenfalls das Risiko mindern. Die stufenweise Umsetzung ermöglicht ein Herantasten an den Markt und damit eine gewisse Absicherung.

Nachteil: Wenig Zeit

Auf der anderen Seite kann es aber auch erforderlich sein, eine Geschäftsidee rasch und konsequent umzusetzen und damit Wettbewerbsvorteile gegenüber potentiellen Nachahmern zu schaffen.

Die Entscheidung liegt also immer beim Einzelnen, seinen persönlichen Verpflichtungen, seiner Risikobereitschaft und der Geschäftsidee.

Nach Abwägung der Vor- und Nachteile sind bei einem nebenberuflichen Start in die unternehmerische Selbständigkeit einige Aspekte zu berücksichtigen.

  1. Arbeitsrecht

    Der Arbeitgeber muss über die angestrebte Selbständigkeit informiert werden und auch seine Zustimmung geben. Wird ohne die Zustimmung des Arbeitgebers eine unternehmerische Tätigkeit aufgenommen, kann dies einen Entlassungsgrund darstellen.

  2. Sozialversicherung

    Mit der Gewerbeanmeldung entsteht Versicherungspflicht bei der Gewerblichen Sozialversicherung (GSVG), und zwar in der Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Ist allerdings bereits Versicherungspflicht aufgrund eines Dienstverhältnisses nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) gegeben, so gelten Sonderregelungen.

  3. Einkommensteuer

    Für die Ermittlung der Einkommensteuer werden sämtliche Einkünfte zusammengerechnet. Darauf wird der entsprechende Steuertarif (Prozentsatz) angewendet. Beachten Sie daher, dass Sie sich mit Ihren Einkünften aus unselbständiger Tätigkeit bereits in einem bestimmten Steuertarif-Bereich befinden. Jeder zusätzlich verdiente Schilling wird mit diesem Steuersatz bzw. bei eventuellem Erreichen der nächsthöheren Steuerklasse sogar mit einem höheren Prozentsatz besteuert.

  4. Förderungen

    Bestimmte Förderungen wie z.B. die Bürges-Jungunternehmerförderung, werden bei einer nebenberuflichen gewerblichen Tätigkeit nicht gewährt. Berücksichtigen Sie dies bei Ihrer Investitionsplanung bzw. erkundigen Sie sich frühzeitig nach den jeweils gültigen Richtlinien bei den Gründungsberatungsstellen oder einer Bank. Genauere Informationen liefert dazu das Gründerservice der Wirtschaftskammer. (red)

Steuerliche Erstberatung

Mehr Infos vom Gründerservice der Wirtschaftskammer

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