Premiere World setzt an zum Sturm auf Neukunden

21. August 2001, 10:52
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Senderechte für Olympia und Fußball-WM - 24-Monats-Abo auch in Österreich

Hamburg - Der deutsche Pay-TV-Sender Premiere World will ab 1. Oktober mit einer veränderten Angebotspalette und -struktur Neukunden gewinnen. Der neue Geschäftsführer, der Österreicher Manfred Puffer, erklärte am Montagabend bei einer Pressekonferenz, man werde den inhaltlichen Schwerpunkt verstärkt auf Serien, Filme, Veranstaltungen und vor allem auf eine noch dichtere Sportberichterstattung legen. Die neuen Preise und Angebote sollen die Abonnements transparenter machen. Über Geschäftszahlen gab sich die Unternehmensführung betont verschlossen.

"2,4 Millionen Abonnements sind zu wenig", brachte allerdings Puffer die derzeitige Situation auf den Punkt. Dass dies zwar Haushalte und somit rund 6,7 Millionen Zuschauer sind, hilft dem kolportiert schwer defizitären Sender der Kirch-Gruppe im Moment jedoch wenig. Puffer ist dennoch zuversichtlich: "Digital-Fernsehen wird in wenigen Jahren ein Massenphänomen sein." Und: "Ich bin Österreicher, das muss kein Nachteil sein, und ich bin Branchen fremd, das kann ein Vorteil sein."

Kundenfreundlicheres "Baukastensystem

In Zukunft soll nun ein kundenfreundlicheres "Baukastensystem" angeboten werden. Hans Seger, Programmchef von Premiere World, ist überzeugt, dass sowohl ein günstiges Einstiegspaket als auch zusätzliche Kanäle, einfachere Preisstrukturen und letztlich mehr Fußball das Pay-TV für das potenzielle Publikum attraktiver machen könnte.

Neu ist im Angebot des Senders daher das Einsteiger-Paket "Premiere Basic" für 15 Euro (206,40 S) pro Monat. Neben dem Premiere-One-Kanal mit Filmen, Serien, Erotik und Kinderprogrammen trägt bei diesem Angebot vor allem ein Sendetermin alle Hoffnung in sich: "Alle Spiele, Alle Tore" sollen die zukünftigen Kunden jeden Samstag um 17.30 Uhr vor den Bildschirm locken.

Pauschalpakete

Neu sind ab 1. Oktober auch die angebotenen Pauschalpakete. Neben dem Premiere-Movie-Paket (monatlich 30 Euro/412,81 S) wird es ein "Super-Paket" für 40 Euro (550,41 S) und ein "All-in-Paket" für 60 Euro (825,62 S) mit unbeschränktem Zugang zu den "Pay-per-View"-Angeboten geben. Das Premiere-Sport-Paket ist für monatlich 35 Euro (481,61 S) zu haben.

In dem 24-Monats-Abo, das auch in Österreich in Kürze erhältlich sein wird, verringert sich die monatliche Gebühr um jeweils 5 Euro. Der Konsumentenschutz in Österreich untersagte bis dato Abonnement-Verpflichtungen über zwölf Monate hinaus, die rechtlichen Unklarheiten seien jedoch mittlerweile zufriedenstellend ausverhandelt worden, so Michael Grimm, Sprecher von Premiere World Österreich.

Exklusivitätscharakter im Vordergrund

In Zukunft soll laut Puffer verstärkt der Exklusivitätscharakter des Angebots kommuniziert werden: sechs verschiedene Kameraeinstellungen auf Knopfdruck, Splitscreening, 16:9-Bildformate, 2-Kanalton-Übertragungen, Filme zum gewünschten Zeitpunkt, "Multiplexing" (die 30-malige Ausstrahlung pro Tag) und jede Menge Live-Übertragungen. Die übersichtlicheren Preis- und Paketstrukturen sollen demnach die Hemmschwelle für Neukunden herabsetzen.

Stolz ist man bei Premiere auf die Übertragungsrechte von Groß-Sportveranstaltungen. Für einen nicht genannten Preis sicherte sich Premiere World die Rechte auf die Formel 1, die Olympischen Spiele, die Fußball-WM und alle UEFA-Champions-League-Spiele. Darüber hinaus soll den anspruchsvollen Sportfan die "schnellste Zusammenfassung Europas zehn Minuten nach dem Abpfiff" zufriedenstellen, so Sport-Programmchef Carsten Schmidt. Neu sind auch die zwei Formate "Sport - Das Magazin" und "Sport - Der Talk". Im Unterhaltungsbereich will der Sender unter anderem mit einer "Mallorca Schlagerparty", amerikanischen Soaps und einem türkisch-sprachigen Kinderkanal punkten. Den Nachrichtenbereich decken SkyChannel und N 24 ab.

Für die rund 145.000 Abonnenten in Österreich wird es ein ähnliches, wenn nicht gleiches Angebot geben, stellte Grimm in Aussicht. Mit Zuwachsraten von rund 15 Prozent pro Quartal sei die heimische Marktentwicklung durchaus positiv zu bewerten, so Grimm. (APA)

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