Coaching als Führungsinstrument

28. August 2001, 09:16
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Qualitatives Coaching bedarf einer Ausbildung und ist nicht durch Selbststudium von Literatur erlernbar

Eine der wesentlichsten Aufgaben einer Führungskraft stellt – wie die Funktionsbezeichnung schon sagt – Personalführung dar. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Führungskräfte permanent auf der Suche nach neuen Instrumenten sind und Coaching derzeit sehr begehrt ist. Leider setzt in etlichen Fällen eine krasse Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und der Methode Coaching ein. Aus diesem Grund sei hier nochmals erwähnt, dass qualitatives Coaching einer Ausbildung bedarf und nicht durch Selbststudium von Literatur erlernbar ist.

Interessenskonflikt Coach und Führungskraft

Wir erleben es immer wieder, dass sich Führungskräfte zum Coach ausbilden lassen, voller Elan in die Praxis einsteigen und nach einigen Wochen resignieren. Oftmals wird vergessen, dass Menschen in Systemen leben und handeln. Es würde von einer sehr hohen Unternehmenskultur zeugen, wenn hier großteils Offenheit und Vertrauen vorhanden sind. Dann sind Teilbereiche des Coachings durchaus möglich und sinnvoll. Es ändert aber nichts daran, dass der Coach in diesem Fall nach wie vor der/die Vorgesetzte des Gecoachten ist – d.h. wir finden ein Abhängigkeitsverhältnis vor, dass gewisse Handlungen und Ressentiments geradezu provoziert.

Coaching für Führungskräfte

Der aktuelle Trend geht in die Richtung, dass Führungskräfte Coaches zur Seite gestellt bekommen, um den Führungsaufgaben besser gewappnet zu sein. Diese Aufträge sind über mehrere Monate ausgedehnt, sodass dieser Entwicklungsprozess beobachtet und evaluiert werden kann. Strukturen werden gestärkt und Organisationsabläufe verbessert. Dadurch werden die Instrumente des Coachings effizient eingesetzt und kommen in Form des Führungsverhaltens der jeweiligen Führungskraft den MitarbeiterInnen wiederum zugute.

Ein wesentlicher Vorteil zu Seminaren besteht – neben der individuellen Betreuung – in der flexiblen zeitlichen Vereinbarung. Der Coach richtet sich nach den Zeitplänen der Führungskraft und kann bei Extremsituationen die Anzahl der Coachingeinheiten erhöhen – anlassbezogene Meetings können eingeschoben werden.

Auswahl von Coaches

Bei der Auswahl von Coaches legen Firmen Wert auf die Beauftragung von Coachinginstituten und nicht von Einzelpersonen. Der Grund liegt zum einem in der fehlenden Kapazität und zum anderen ist es sinnvoll mehrere Coaches für eine Führungsebene einzusetzen, da ein Coach in einen Interessenskonflikt kommen würde. Erfahrene Coaches würden derartige Aufträge auch nicht annehmen.

Wesentlich ist die absolute Diskretion und Verlässlichkeit der Coaches. Weiters können die Führungskräfte unter mehreren Personen auswählen – in einer Coachingsituation spielt Sympathie eine wichtige Rolle. Führungskräften wird es in aller Regel freigestellt, ob und in welcher Intensität sie Coaching in Anspruch nehmen.

Autor:
Mag. Martin Röhsner
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