Kirch versucht neuen Anlauf

22. August 2001, 10:15
posten

Premiere World: Billigere Angebote sollen Kunden locken

Hamburg - Alles neu macht der Oktober. Glaubt man bei Leo Kirchs chronisch defizitärem Bezahlfernsehen Premiere World und setzt auf eine neuerliche Programmreform. Ab 1. Oktober werde es fünf statt der derzeit drei verschiedenen Programmpakete geben - "um mehr Transparenz zu schaffen", wie Premiere-World-Geschäftsführer Manfred Puffer Montagabend in Hamburg verkündete.

Damit soll der Pay-TV-Sender vor allem für Neukunden attraktiver werden. Derzeit stagniert die Zahl der Abonnenten bei 2,4 Millionen. Dies sei zwar "nicht ausreichend", räumt Puffer ein, bleibt aber betont optimistisch: "In weiterer Zukunft wird Premiere ein massenattraktives Medium jenseits der vier Millionen Subscribers sein." Wann genau, sagt er nicht.

Ködern will er sie vor allem mit dem neuen, deutlich billigeren Einsteigerpaket "Premiere Basic", das für 206,40 Schilling (15 EURO) pro Monat neben 15 Kanälen auch die Decodermiete enthält. Stärkstes Lockmittel: Der neue Kanal Premiere One zeigt monatlich neben Filmen und Serien immer samstags um 17.30 Uhr eine einstündige Zusammenfassung der deutschen Fußball-Bundesliga. Livespiele wird es im Basispaket keine geben, dafür will man Sportfans mit dem neuen Sportpaket gewinnen, das alle Spiele der Bundesliga-Saison ohne Zusatzgebühr enthält.

Apropos Fußball: Die samstägliche Bundesliga-Show "ran" wird ob der desaströsen Quoten künftig wieder um 19 Uhr und auf 75 Minuten gekürzt auf Sat.1 zu sehen sein. Damit ist Kirchs Experiment, die Liga-Berichte am Hauptabend auszustrahlen und Premiere so Kunden zuzuschanzen, gescheitert.

Planzahlen für 2001 wollte Puffer keine nennen. Wohl auch, da die geschätzten Abonnentenzahlen im Vorjahr - man ging von bis zu drei Millionen Kunden aus - deutlich nach unten korrigiert werden mussten. Die Ausstiegsoption des Premiere-Miteigentümers BSkyB von Medienmulti Rupert Murdoch sei jedoch nicht - wie kolportiert - an Kundenzahlen geknüpft, sondern an die Börsefähigkeit des Unternehmens. Und diese sei bis 2003 erreichbar, bleibt Puffer optimistisch. (jed/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 22. August 2001)

Share if you care.