Sri Lanka: Rebellenangriff fordert dutzende Tote

21. August 2001, 16:24
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Blutigste Attacke seit Angriff auf Flughafen von Colombo

Colombo - Bei einem Angriff tamilischer Rebellen auf einen Polizeiposten im Osten Sri Lankas sind nach Militärangaben mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und 29 verletzt worden. Wie die Armee am Dienstag weiter mitteilte, wurden bisher 15 Leichen von Polizisten gefunden, ferner seien zwei Zivilisten und sechs Rebellen getötet worden. Der 240 Kilometer östlich Colombos gelegene Posten sei kurzzeitig von rund 150 Mitgliedern der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) eingenommen worden, bevor Regierungstruppen das Lager zurückerobert hätten.

Militär setzt Kampfflugzeuge ein

Das Militär habe wenige Stunden nach dem Angriff mit vier Kampfflugzeugen Rebellenstellungen auf der Jaffna-Halbinsel im Norden des Landes bombardiert. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die LTTE-Rebellen überwanden den Angaben zufolge mit einem Traktor die Befestigungsanlage des Polizeipostens und erbeuteten einige Waffen. "Während des zweistündigen Kampfes war der Funkkontakt zu der Station unterbrochen, aber jetzt ist wieder alles unter Kontrolle", sagte ein Militärsprecher. 18 Polizisten und elf Rebellen seien verletzt worden. Nach dem Angriff hätten Suchtrupps stundenlang den Dschungel nach Leichen der Polizisten durchkämmt, die auf der Flucht erschossen worden seien. Auf ihrer Internet-Seite berichteten die Rebellen: "Während der ersten Phase des Angriffs flohen viele Polizisten von ihren Posten." Nach Rebellen-Angaben wurden zwei Tamilen und 20 Polizisten getötet.

Separatisten fordern autonomen Tamilen-Staat

Der angegriffene Posten liegt an einer Straße im Bezirk Ampara, die in den Nordosten der Insel führt. In der Region kämpfen die LTTE-Rebellen seit 1983 mit Waffengewalt für einen eigenen Tamilenstaat in dem mehrheitlich von Singhalesen bewohnten Land. Zuletzt hatte am 24. Juli ein Selbstmordkommando der LTTE in einer spektakulären Aktion den Flughafen der Hauptstadt Colombo angegriffen. Damals waren sieben Militärangehörige und 13 Rebellen ums Leben gekommen. Bei dem seit knapp 20 Jahren andauernden Konflikt sind bisher mehr als 64.000 Menschen getötet worden. (APA/Reuters)

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