Proteste gegen Polizeigewalt in Italien, Österreich und Schweiz

20. August 2001, 21:42
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Einen Monat nach dem Tod von Demonstranten in Genua - Sitzblockade vor Gefängnis in Genua

Genua/Basel - Einen Monat nach dem Tod eines Demonstranten beim G-8-Gipfel in Genua haben am Montag hunderte Globalisierungsgegner in Italien, Österreich und der Schweiz gegen Polizeigewalt protestiert. In Genua war der Platz, auf dem der 23 Jahre alte Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen wurde, mit Blumen, Gedenkschreiben und T-Shirts bedeckt. Auf Wunsch der Familie Giulianis zeigten die Besucher ihre Trauer in Stille. Unter den Menschen, die dem Vater des Opfers ihr Beileid bekundeten, war auch der neue Polizeichef von Genua, Oscar Fioriolli.

Sein Vorgänger war zusammen mit zwei anderen Polizeichefs wegen des überaus harten Polizeieinsatzes seines Amtes enthoben worden. Gedenkkundgebungen waren auch in Rom, Neapel, Mailand und Bologna geplant. In Genua protestierten Globalisierungsgegner mit einer Sitzblockade vor dem Gefängnis dagegen, dass noch immer Demonstranten inhaftiert sind.

Auch in mehreren Schweizer Städten gingen am Montag Globalisierungsgegner auf die Straße. In Basel versammelten sich rund 300 Menschen, in Luzern etwa 70 und in Bern einige Dutzend. Die Kundgebungen waren nicht bewilligt, wurden von der Polizei aber toleriert. In Basel kam es am Rande der Demonstration zu einzelnen Sachbeschädigungen: Am italienischen Generalkonsulat wurde ein Schild weggerissen; bei einer Bankfiliale gingen drei Scheiben zu Bruch. (APA/AP)

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