Messung der Östrogen-Konzentration in Flüssen

20. August 2001, 21:00
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Herkunft geringster Hormonspuren nachweisbar

Bristol - Wissenschaftler der University of the West of England haben ein neues Verfahren zur Messung der Östrogen-Konzentration in Flüssen entwickelt. Diese Methode kann auch zur Überwachung der Östrogenwerte in der Wasserversorgung eingesetzt werden. Der weibliche Körper scheidet kleine Mengen des Hormons aus, die in der Folge in die Kanalisation gelangen. Obwohl diese Substanzen durch die Abwasserbehandlung weitgehend beseitigt werden, gelangen geringe Mengen trotzdem in die Flüsse. Studien haben nachgewiesen, dass dieses Östrogen zu Anzeichen von Geschlechtsveränderungen bei männlichen Fischen führt und, dass es eine negative Auswirkung auf die Fruchtbarkeit beim Mann haben kann.

Das Team um David McCalley hat hochsensible chemische Analyseverfahren entdeckt, die auch geringste Hormonspuren identifizieren können. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Environment Agency und konzentrierte sich auf die Analyse von Wasserproben aus der Thames, in der Nähe von London. Die Proben wurden mit der so genannten Gas Chromatography-negative Chemical Ionisation Mass Spectrometry analysiert. Dieses Verfahren kann auch unterscheiden, ob die gefundenen Hormone aus einem natürlichen Vorkommen stammen oder aus der Einnahme der Pille resultieren.

Projektleiter McCalley erklärte, dass man jetzt Östrogenmengen nachweisen könne, die einer Prise Zucker in einem olympischen Schwimmbecken entspreche. "Unser Verfahren ist sensibel genug, um direkte chemische Messungen in Flüssen durchzuführen." Das Team hat so herausgefunden, dass die größten Östrogenkonzentrationen in der Thames aus natürlichen Vorkommen stammen. "Wir konnten kein synthetisches Östrogen nachweisen." (pte)

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