Die Aktionäre der Lauda Air haben viel Geld verloren

20. August 2001, 17:26
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Sinkflug begann bereits 1991

Im Mai des Jahres 1990 brachten Niki Lauda und der Konsortialführer Erste Österreichische Sparkasse Stammaktien und Partizipationsscheine der Lauda Air an die Wiener Börse. 220 Schilling kosteten die Papiere, und besonders in den ersten Monaten erfreute sich die Aktie besonders bei den Kleinanlegern hoher Beliebtheit. Am Unternehmen des österreichischen Nationalhelden beteiligt zu sein war offensichtlich vielen Anlegern viel Geld wert.

Am Montag notierten die Papiere zum letzten Mal an der Börse. Ein Kurs von 7,6 Euro (104,58 S) bedeutete, dass die Aktien in den elf Jahren an der Börse 52,5 Prozent ihres Wertes verloren haben.

Sinkflug

Der Sinkflug der Aktienkurse begann bereits 1991 mit dem Absturz der "Mozart" über Thailand und dem Golfkrieg. "Auch die treuesten Lauda-Fans wollten halt irgendwann auch einmal wirklich gute Unternehmenszahlen sehen", begründeten Analysten das bald auf null zurückgegangene Interesse der Anleger an der Lauda Air. Noch 1992 wollte Lauda neuen Schwung gewinnen und seine Papiere auch an die New Yorker Börse bringen, konnte aber von Bankern von der Sinnlosigkeit dieses Unterfangens überzeugt werden.

Es folgten schließlich nach hohen Verlusten im Linienflugverkehr die Beteiligung der Lufthansa-Chartertochter Condor an Lauda sowie schließlich zuerst die Beteiligung der Austrian Airlines und heuer die mehrheitliche Übernahme sowie der Abgang von Niki Lauda aus dem Vorstand. Die Aktien haben auf all das kaum mehr reagiert. "Für die Börse war Lauda schon länger ein hoffnungsloser Fall", meinte ein prominenter Wiener Banker. ( Michael Moravec, DER STANDARD, Printausgabe 21.8.2001)

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