"Wenn dunkle Kleidung zum Risiko wird..."

20. August 2001, 14:40
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ÖH-Aktion setzt Zeichen gegen willkürliche Verhaftungen von Globalisierungsgegnern

Wien - Im Rahmen des "Global Action Days" hielt die Österreichische HochschülerInnenschaft am Montag eine Aktion unter dem Motto "Wenn dunkle Kleidung zum Risiko wird..." ab. Aus Anlass der Vorfälle beim G-8 Gipfel in Genua wollten die Demonstranten den Passanten in der Mariahilfer Straße in Wien demonstrieren, dass ein schwarzes T-Shirt schon reichen könne, um als "verdächtig" zu gelten. Die entlarvten Aktivisten wurden schließlich zum Westbahnhof eskortiert und symbolisch abgeschoben.

Handschellen und Spritzpistolen

Immerhin etwa zwanzig Demonstranten ließen sich von hochsommerlichen Temperaturen und Badewetter nicht abschrecken, das kleine Häuflein trat in zwei Gruppen an. Schwarz gekleidet die Aktivisten, grüne T-Shirts und Hosen in Tarnfarbe die Polizisten. Ausgerüstet war die "Exekutive" mit Handschellen, Spritzpistolen und sogar einem mobilen Blaulicht.

Von der ehemaligen Zweier Linie bis zum Westbahnhof ging die Jagd des Anti Krawall Kommandos auf Mitglieder des "Black Block". Wer mit einem schwarzen T-Shirt bekleidet ist, müsse verhaftet werden, wurde über Lautsprecher erklärt. Auf Grund der sommerlichen Hitze waren sehr wenige Passanten in unpraktisches Schwarz gehüllt, es mussten also die eigenen Leute als Verhaftungsopfer herhalten. Die zaghaften Versuche, auch Unbeteiligte zu stellen, wurden von diesen schnell und deutlich abgelehnt.

In transportablem Gitter gefangen

Wer gefangen wurde, kam in ein transportables Gitter, um am Ziel der Demonstration - dem Westbahnhof - symbolisch abgeschoben zu werden. Ein erfolgreicher Ausbruchsversuch der Aktivisten nach etwa zwei Drittel der Strecke führte schließlich zu einer Patt-Stellung der beiden Parteien. "Freund" und "Feind" mussten nach einigen kurzen Sprints aus den geladenen Wasserpistolen gelabt werden und legten gemeinsam eine "Rauchpause" ein.

Auch ein Kameramann des ORF wurde als "Black Block"-Mitglied "enttarnt". Doch auch als die "Exekutive" auf ihn losstürmte, verwackelte der Routinier das Bild nicht. Er spielte aber mit und ließ sich schließlich lächelnd einige Meter in Richtung "Gefängnis" ziehen.

Schwarzgekleidete hinter Gittern

Im gemächlichen Tempo wurden die "Gefangenen" schließlich in Richtung Bahnhof gebracht, eskortiert vom Anti Krawall Kommando und einigen gemächlich mitgehenden - echten - Polizisten. Besucher der Mariahilfer Straße ließen sich von der Demo nicht weiter beeindrucken - nur die kühlenden Strahlen aus den Spritzpistolen fanden die Meisten angenehm. Auch ein Prominenter steckte kurz den Kopf aus dem Auto. Laut Polizei erkundigte sich der bekannte Theater- und Fernsehstar Dietmar Schönherr nach dem Grund, warum einige Schwarzgekleidete hinter Gittern waren. (APA)

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    OEH-Aktion "Global Action Day -Polizeigewalt- und Willkür"

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