Jara: "Der Tivoli muß beben"

21. August 2001, 13:02
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Der Coach zählt gegen Lok Moskau auf den ausverkauften Tivoli neu und träumt von einem 4:0

Innsbruck - "Business as usual" beim FC Tirol vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Keine Kasernierung und auch keine langen Einzelgespräche vor dem Heimspiel gegen Lok Moskau, in dem Österreichs Fußball-Meister ein 1:3 aufholen muss, um den Sprung in die lukrative Champions League zu schaffen. "Man muss auch abschalten können, der Kopf muss frei sein. Das ist eine erfahrene Mannschaft", begründet Kurt Jara.

Der Tirol-Trainer kann voraussichtlich mit Alfred Hörtnagl und Stefan Marasek planen und hofft auf stimmkräftige Unterstützung von den Rängen. 15.200 Tirol-Anhänger werden für einen ausverkauften Tivoli neu sorgen und unter sich sein, da Moskau keine Tickets angefordert hat. Und die Fans sollen mächtig Druck machen auf die jungen, international weniger erfahrenen Russen. "Der Tivoli muss beben. Schon beim Aufwärmen, nicht erst wenn etwas passiert", sagt Jara.

"Nicht 3:1 sondern 4:0"

Vielleicht, so der allgemeine Wunsch, kann die Stimmung gleich mit einem schnellen Tor angeheizt werden, so wie es Lok vor zwei Wochen gelungen ist. Jara: "Wenn wir nach drei Minuten ein Tor machen, ist es ein Hexenkessel. Dann gewinnen wir nicht 3:1 wie die Russen, sondern 4:0."

Mit der Rückkehr des im Hinspiel gesperrten Kapitäns Michael Baur hat Jara diesmal eine wichtige Stütze wieder zur Verfügung, auch Hörtnagl und Marasek machten am Montag das Training voll mit. "Ich habe mich gut erholt, es schaut ganz gut aus", meinte Teamspieler Hörtnagl, der nach dem Schweiz-Länderspiel mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus hatte müssen. Auch Marasek, der an einem Außenband-Einriss laborierte, hatte keine Probleme, er will aber noch das Dienstag-Training abwarten: "Dann hat der Trainer vielleicht einen Spieler mehr."

"Aufstellung aus dem Internet"

Lok Moskau wurde von den Tirolern nicht mehr extra unter die Lupe genommen. Zwei Freunde von Stanislaw Tschertschessow sahen das Spiel gegen Alania Wladikawkas (1:1), "Die Aufstellung holen wir uns aus dem Internet und die Spieler kennen wir ja", so Jara. Nicht dabei war Russlands Teamtorhüter Ruslan Nigmatullin, der noch an den Nachwirkungen einer Verletzung laboriert, die er sich beim Aufwärmen im Hinspiel zugezogen hatte. "Die Heilung verläuft langsamer als erhofft", sagte Nigmatullin.

Für Jara macht das keinen Unterschied. Wichtiger ist, so meint er, ob Lok mit einem oder zwei Stürmern antritt. "Das bestimmt auch unsere Taktik. Eine unserer Stärken ist, dass wir verschiedene Spieler verschieden einsetzen können. Wenn ich von den Russen mehr weiß, werde ich eine Mannschaft aufs Feld bringen, von der ich überzeugt bin, dass sie den Aufstieg schaffen kann. Lok ist nicht stärker als wir", so der Tirol-Coach. (APA)

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