Funkausstellung macht "mobil"

20. August 2001, 13:25
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Weltgrößte Elektronikmesse in Berlin als Plattform für tragbare Geräte

Berlin - Egal ob es um Töne, Bilder oder Texte geht, mobil soll es sein. Mobilität ist eines der beherrschenden Themen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vom 25. August bis 2. September in Berlin. Die Digitalisierung von Daten macht es möglich. "Auf Minispeichern eine Maxidatenmenge zu speichern - das war eine Revolution", sagte Jochen Wiesinger von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Auf der weltgrößten Elektronikmesse sind weitere Fortschritte zu entdecken bei der Mobiltelefonie, Musikgeräten für unterwegs, im Auto oder in der Kleidung.

Das Handy entwickelt sich zum Alleskönner: Neben Telefonieren und dem Versenden von Kurznachrichten (SMS) verschickt es E-Mails und Faxe per Funk. Philips bietet gemeinsam mit einem Kooperationspartner zum Beispiel Spiele zum Herunterladen an. Nokia verspricht Bewegungsfreiheit fernab des Kabelsalats. Ein auf der IFA präsentiertes Gerät für den neuen Mobilfunkstandard GPRS verfügt darüber hinaus über eine Schnittstelle für Bluetooth, eine kabellose Übertragungstechnik per Radiowelle. Das Bluetooth-Modul ermöglicht es zum Beispiel, Telefonbuch und Kalendereinträge zwischen Mobiltelefon und PC in einem Abstand von zehn Metern abzugleichen. Die Geräte müssten nicht einmal im gleichen Raum sein, wirbt der finnische Hersteller.

UMTS-Einblicke

Frühestens im Jahr 2002 sollen die Handys der dritten Generation mit dem Mobilfunkstandard UMTS keine reinen Telefone mehr sein. Ob netzgestützte Datenbank, Internet-Terminal oder Unterhaltungsgerät mit Hifi- und Videoqualitäten, alles sollen die Tausendsassa in sich vereinen. Erste Einblicke kündigt die Messe Berlin auf der IFA an. Experten dämpfen jedoch die Euphorie. Sie schätzen, dass sich die UMTS-Anbieter mit dem Erwerb der Lizenzen und dem Aufbau eines Funknetzes finanziell übernehmen.

"Zukünftig werden die Verbraucher sehr viele Dienste über mobile Kleinstgeräte wie Taschen-Computer oder Handys abfragen - mittels stationärer Dienste oder aus dem Web", sagte Martin Giersich vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock. Was heute schon möglich ist, zeigen die Forscher auf der IFA am Beispiel eines persönlichen Einkaufsführers. Das System "eShop" ermöglicht dem Benutzer, mit Hilfe einer Webseite zu Hause eine Einkaufsliste für den Taschen-Computer zu erstellen. Im Kaufhaus ist der elektronische Assistent per Funksignal mit dem Haus-Server verbunden. Der Kunde erhält auf das Anzeigefenster Sonderangebote und einen Wegweiser zu dem Produkt im Warenhaus. (APA)

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