Schutzfaktor gegen Musikbosse

20. August 2001, 13:18
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Manu Chao löst Band mit Tournee-Ende auf, um Zwängen der Musikindustrie zu entgehen

Berlin - Der französisch-baskische Sänger Manu Chao will nach seiner Europa-Tournee neue Wege in Afrika gehen. "Vielleicht werden wir auf Marktplätzen spielen und Afrika auf diese Weise kennen lernen", sagte Chao vor einem Konzert in Berlin. Schwierig sei es allerdings, die Tour durch Afrika zu finanzieren und zu organisieren, denn er wolle dafür kein Geld aus Europa annehmen. Chao hat Ende Juni seine Tournee begonnen.

Nicht in feste Raster pressen lassen

Mit Abschluss der Tournee am 1. Oktober will Chao wie gewohnt seine Band auflösen: "Das ist meine Art, um mich gegen das System (der Musikindustrie) zu schützen", sagte Chao. Für ihn sei es wichtig, sich nicht in ein festes Raster pressen zu lassen. "Vielleicht bin ich radikal, weil ich immer tue, was ich will und niemals das, was ich nicht will. Wahrscheinlich kommt das, weil meine Familie aus dem Baskenland stammt", sagte der 40-Jährige und klopfte dabei drei Mal mit der Faust an seine linke Schläfe.

Das Urteil kleiner Kinder ist das Beste

Wenn er in Stimmung sei, komponiere er seine Lieder sehr schnell. "Wenn ich zu lange nachdenke, wird der Song schlecht", sagte der im spanischen Barcelona lebende Musiker. Bei der Auswahl der Lieder für sein erstes Solo-Album "Clandestino", mit dem er 1998 international bekannt wurde, habe er auf das Urteil von kleinen Kindern vertraut: Wenn sie bei einem Song zu tanzen begonnen hätten, sei dieser mit auf die CD gekommen. Hätten sie zu weinen angefangen, habe er ihn weggelassen. (APA/Reuters)

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