Media-Saturn peilt Rekordjahr an

20. August 2001, 13:12
posten

2001 keine neuen Märkte

Wien - Die Österreich-Tochter der zum deutschen Metro-Konzern gehörenden Media-Saturn-Gruppe will heuer wieder kräftig wachsen. Laut Geschäftsführer Gerhard Sandler soll im laufenden Geschäftsjahr die 11 Mrd. S-Grenze überschritten werden. Im 1. Halbjahr hat die Nummer 1 im heimischen Elektrohandel flächenbereinigt um zwei Prozent mehr umgesetzt. Inklusive der beiden im Vorjahr neu dazugekommen Märkte waren es plus 10 Prozent. Impulse durch Innovationen erwartet sich Sandler - wie auch die gesamte Branche - von der am 25. August startenden Internationalen Funkausstellung in Berlin.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 steigerte die Media-Saturn-Gruppe ihren Umsatz mit 14 MediaMärkten und 6-Saturn-Standorten sowie rund 2.000 (1.350) Mitarbeitern auf 10,4 Mrd. S nach 9,3 Mrd. S im Jahr davor. Neue Märkte wurden und werden 2001 nicht eröffnet. Zwar gebe es "noch einige weiße Flächen" in Österreich, so Sandler. Märkte mit 6.000 m2 werde es jedoch nicht mehr geben. Derzeit seien 4 bis 5 Projekte in der Pipeline, es werde jedoch immer schwieriger entsprechende Standorte und Bewilligungen zu bekommen.

Kleinere Standorte

Für MediaMarkt wird derzeit ein Konzept für kleinere Standorte entwickelt. Ein Beispiel dafür ist der im Frühjahr 2000 eröffnete MediaMarkt in Krems mit 2.500 m2, der zunehmend Nahversorger-Funktion übernimmt. Die Anpassung des Konzeptes sei jedoch "schwieriger als wir gedacht haben".

Handymarkt eingebrochen

Im eingebrochenen Handymarkt werde Media-Saturn heuer rund 1 Mill. Handys verkaufen und damit nur etwa die Hälfte des Vorjahreswerts. Einen Schub könnten möglicherweise die neuen GPRS-Handys bringen, die bis zum Weihnachtsgeschäft großräumig auf den Markt kommen. "Die Handyuser akzeptieren die neuen Funktionen nicht", ist Sandler überzeugt. Erst wenn den Mobiltelefon-Kunden Zusatznutzen wie etwa Lotto-Spielen angeboten werde, rechnet er wieder mit einem Aufschwung. Laut Fessel-GfK werden im Gesamtjahr 2001 2,5 Mill. Handys verkauft werden (55 Prozent davon Vertragshandys), nach 3,5 Mill. im Jahr davor.

Potenzial bei PCs

Bei PCs sieht der Media-Saturn-Chef "noch Potenzial". Derzeit gehe der Trend zu mobilen Geräten, die preislich über den Standgeräten liegen. Auch die Marktdaten von Fessel-GfK zeigen, dass im Segment "Office Equipment" das Plus von 9 Prozent im ersten Halbjahr ausschließlich von Notebooks und Palms stammt.

"Wir pflegen die Schillingpreise"

Auf die Euro-Einführung sei die Gruppe gut vorbereitet, überstürzen werden die Elektromärkte jedoch nichts. "Wir pflegen die Schillingpreise", sagt Sandler. Daher werden Gutscheine erst ab 1. Jänner in Eurostückelung ausgegeben. Den Wechselgeldbedarf in den ersten drei Wochen schätzt er auf 80 Prozent des Umsatzes. Bargeldloses Zahlen werde erst in der Folge der Bargeldumstellung eine Alternative sein, weil in den ersten Wochen nach der Bargeldumstellung der "Effekt der Neugierde" stärker sei. Derzeit werden etwa die Hälfte der Zahlungen in den Elektromärkten über Bankomat erledigt. Kreditkarten akzeptiert die Media-Saturn-Gruppe nicht.

Der Marktanteil der Media-Saturn-Gruppe im heimischen Elektrohandel liegt ja nach Definition des relevanten Marktes zwischen zwischen 13 und 17 Prozent, Tendenz: steigend. Insgesamt sei die Struktur stabil und der Fachhandel relativ gesund. (APA)

Share if you care.