Freilassung von inhaftierten deutschen Demonstranten gefordert

20. August 2001, 13:09
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Globalisierungsgegner besetzten Büro eines deutschen Staatsminsters

Gelsenkirchen/Berlin - Aus Protest gegen das Vorgehen von italienischer Polizei und Justiz gegen Demonstranten beim Weltwirtschaftsgipfel in Genua haben Globalisierungskritiker am Montag das Gelsenkirchener Wahlkreisbüro des deutschen Außenamts-Staatsministers Ludger Volmer (Grüne) besetzt. Wie das Büro Volmers in Berlin bestätigte, forderten die Besetzer eine "politische Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen und Grundrechtseinschränkungen" durch die italienischen Behörden.

In einer von den Globalisierungsgegnern verbreiteten Mitteilung wurde Volmer zudem aufgefordert, sich persönlich in Genua für eine schnelle Freilassung der noch in Italien inhaftierten deutschen Demonstranten einzusetzen. Die von den italienischen Sicherheitskräften verhafteten österreichischen Globalisierungsgegner sind unterdessen wieder frei und nach Österreich zurückgekehrt.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizisten in Genua waren vor gut vier Wochen ein Demonstrant erschossen und Dutzende Globalisierungsgegner verletzt worden. Insgesamt wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes 72 Deutsche festgenommen. Die Besetzer von Volmers Wahlkreisbüro bezeichneten sich selbst als "Angehörige verschiedener Solidaritätsgruppen aus dem Ruhrgebiet". Die Besetzung war demnach Bestandteil eines "internationalen Aktionstages" für die noch in Italien inhaftierten Demonstranten. (APA)

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