IBM hofft auf starkes Weihnachtsgeschäft

20. August 2001, 12:54
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Unternehmen erwartet 2001 trotz PC-Markteinbruch Umsatzwachstum - IBM sieht Aufgaben gegenüber YLine "erfüllt"

Die Österreich-Tochter des US-Computerherstellers IBM, deren Schwerpunkt bei Geschäftskunden liegt, erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2001 trotz des Einbruchs am PC-Markt ein Umsatzwachstum, da die "dramatischen Einbrüche" vor allem das Privatkundengeschäft getroffen habe, sagte der Direktor des IBM-Österreich-Bereichs Personal Computer, Andreas Stepanek, heute, Montag, vor Journalisten. IBM gehe davon aus, dass es im 3. Quartal 2001 noch eine Marktschwäche geben werde, sich der Markt im 4. Quartal nicht zuletzt durch das Weihnachtsgeschäft wieder erholen werde und wieder Wachstumssteigerungen möglich seien.

"PC ist kein Auslaufmodell"

In den kommenden Jahren könnten zwar die bisherigen Steigerungsraten im PC-Markt nicht mehr erreicht werden, der PC-Markt werde aber ein Wachstumsmarkt bleiben, schätzte Stepanek. Der PC werde auch in den kommenden 10 bis 20 Jahren kein Auslaufmodell, weil es noch immer kein Tool am Markt gebe, das die PC-Arbeit übernehmen könnte, meinte Stepanek zum vieldiskutierten möglichen Ende des PCs. Der Trend gehe Richtung Flachbildschirme, einfachem Internetzugang und Network-Computing.

"Düstere Prognosen haben sich bestätigt"

Der Einbruch des PC-Marktes habe Österreich stärker als das übrige Europa getroffen, bemerkte Stepanek: "Die düsteren Prognosen des Marktforschers IDC haben sich bestätigt". Der PC-Markt in Österreich ist laut IDC im 1. Halbjahr 2001 insgesamt um 6 Prozent geschrumpft, das Privatkundensegment war dabei um 22 Prozent rückläufig. Im 2. Quartal ging der PC-Markt um 15 Prozent zurück, der Privat-PC-Markt brach sogar um 36 Prozent ein. Zuwächse werden hingegen weiterhin bei Notebooks verzeichnet, die im 2. Quartal um 23 Prozent zulegten.

Keine akuten Probleme mit IT-Fachkräfte-Mangel

Keine akuten Probleme sieht IBM am österreichischen IT-Fachkräftemarkt. Der Arbeitsmarkt sei nicht mehr so angespannt, nach dem dot.com-Sterben würden wieder Fachkräfte frei, betonte IBM Österreich-Generaldirektor Ernst Nonhoff. Der Bedarf an IT-Fachkräften, der von verschiedensten Studien auf 7.000 bis 80.000 geschätzt wird, variiere aber je nach Unternehmen und Anforderungsbereich, so Nonhoff: "Die Diskussion über den IT-Fachkräftemangel muss wieder sachlich geführt werden. Gute Ausbildung ist dabei ein wichtiger Faktor".

Personalabbau nicht geplant

"Die Probleme, gute Arbeitskräfte zu finden, sind nicht größer als vor 5 Jahren, gute Projektmanager oder Verkäufer waren immer rar", so Nonhoff. IBM Österreich beschäftigt derzeit rund 2.300 Mitarbeiter, davon rund 70 Prozent IT-Fachkräfte im engeren Sinn. Ein Personalabbau - wie von anderen branchenverwandten Unternehmen angekündigt - sei bei IBM nicht geplant, bestätigte Nonhoff.

"IBM hat Aufgaben gegenüber YLine erfüllt"

Zur gescheiterten Partnerschaft zwischen IBM und dem börsenotierten Wiener Softwareunternehmen YLine meinte Nonhoff: "IBM war immer ein verlässlicher Vertragspartner, wir haben unserer Aufgaben auch gegenüber der YLine erfüllt". YLine hatte kürzlich im Rechtsstreit mit IBM eine einstweilige Verfügung errungen und laut "Format" - zusätzlich zu der bereits bestehenden Forderung von 578 Mill. S - auf dem Klagsweg weitere rund 130 Mill. S (9,45 Mill. Euro) Schadenersatz gefordert (der Webstandard berichtete). (APA)

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